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Thema: Argentinien

  1. Betreff: AW: Argentinien #14081

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    Ein schwacher Peso ist natürlich erstmal gut für den Schuldendienst, die Exportgüter werden so für die Käufer billiger.

    Allerdings kommen natürlich auch die Inflationserwartungen zum Ausdruck und im Fall Argentiniens wurde ja sogar von offizieller Seite kurz vor Jahresende das ursprüngliche Inflationsziel aufgegeben. Man ist eben bei den Löhnen und angesichts der starken Gewerkschaften, ebenso beim Abbau des Haushaltsdefizits, noch nicht so weit, jedenfalls will man auch keinesfalls die Konjunktur bremsen, eine Währungsabwertung war insoweit der einfachere Weg. Außerdem hatte man ja von Frühjahr 2016 bis Mitte 2017 keine Abwertung, wegen des Vertrauens Macris Inflationsbekämpfung sei wirksam, aber Jahresinflationsraten von 20% lassen sich nunmal nicht durch Vertrauensvorschüsse neutralisieren.

    Das ist letztlich auch die Frage für die auf Peso lautenden Anlehen. Nur sinkende Inflationsraten und damit sinkende Peso-Zinsen machen diese attraktiv. Werden hingegen die Ziele bei der Inflationsbekämpfung, moderatere Lohnsteigerungen, immer weiter hinausgeschoben, sollte man sich lieber weiter an die Anleihen in Fremdwährung halten. Außer für den lokalen Markt wird da ja auch kaum etwas angeboten, wüsste jetzt nicht, welche Pesoanleihe man kaufen könnte. Da neuerdings der brasilianische Markt für Platzierungen erschlossen werden soll, kann man vielleicht dort etwas in lokaler Währung unterbringen, aber vermutlich ist auch das schon nicht möglich.

  2. Betreff: AW: Argentinien #14082

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    Ganz verstehe ich die Argumentation noch nicht. Sind denn das primär Staatsfirmen, die exportieren und Hartwährungseinnahmen haben? Ansonsten, wenn das private sind, die geben doch ihre Dollar Einnahmen nicht lokal in Umlauf. Die müssten doch ihre Steuern und Investitionen im Inland in ARS bezahlen, und ihre USD Guthaben halten sie im Ausland. D.h., wie kommt denn der Staat an die Hartwährungen um seine Schulden zu bezahlen?

  3. Betreff: AW: Argentinien #14083

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    Wenn die Privaten ihre Dollareinnahmen in Peso tauschen, um Löhne, Steuern usw. zu zahlen, wandern die Dollars zur Zentralbank. Da kann die Regierung dann darauf zugreifen und damit die Dollaranleihen bedienen.

  4. Betreff: AW: Argentinien #14084

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    Ich habe mir jetzt so mal die Daten der letzten Monate angeschaut. Da sehe ich in der Tat größtenteils nur negative Meldungen.
    -Verfehlung des Inflationsziels (wurde ja hier schon mehrfach erwähnt)
    -Verbrauchervertrauen ist wieder deutlich unter die 50-er Marke gefallen (45,2)
    -Industrieproduktion ist gefallen, vor allem der wichtige Nahrunsmittelsektor
    -Ökonomische Aktivität geht deutlich zurück, allerdings von relativ hohem Level
    -Außenhandelsdefizit steigt deutlich und die Prognosen für 2018 und 2019 gehen da von weiteren Anstiegen aus.
    -In Q3/17 lag die Außenverschuldung bei 216 Mrd. USD. Die hat in 2 Jahren um über 50 Mrd. zugelegt.

  5. Betreff: AW: Argentinien #14085

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    Zitat Zitat von stupidgame Beitrag anzeigen
    Ich habe mir jetzt so mal die Daten der letzten Monate angeschaut. Da sehe ich in der Tat größtenteils nur negative Meldungen.
    -Verfehlung des Inflationsziels (wurde ja hier schon mehrfach erwähnt)
    -Verbrauchervertrauen ist wieder deutlich unter die 50-er Marke gefallen (45,2)
    -Industrieproduktion ist gefallen, vor allem der wichtige Nahrunsmittelsektor
    -Ökonomische Aktivität geht deutlich zurück, allerdings von relativ hohem Level
    -Außenhandelsdefizit steigt deutlich und die Prognosen für 2018 und 2019 gehen da von weiteren Anstiegen aus.
    -In Q3/17 lag die Außenverschuldung bei 216 Mrd. USD. Die hat in 2 Jahren um über 50 Mrd. zugelegt.
    Da fehlen wichtige Daten, u.a. wie Devisenreserven, Verschuldung.
    https://de.tradingeconomics.com/arge...hange-reserves

    Oder auch Pampas:
    https://www.moodys.com/research/Mood...1204_PR_376048


    Die diversifizierte Wirtschaft und die moderaten Einkommen könnten die Risiken eines weiterhin hohen Haushaltsdefizits und die Abhängigkeit von einer externen Finanzierung Argentiniens ausgleichen, so dass ein stabiler Ausblick gerechtfertigt sei.
    https://www.finanzen.net/nachricht/a...herauf-5842269

  6. Betreff: AW: Argentinien #14086

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    So negativ würde ich die Gesamtsituation auch nicht einschätzen. 3% Wachstum sind nunmal 3% Wachstum, Q3 war ja sehr gut und die Ernteergebnisse und terms of trade der Agrarprodukte kann man nur in Grenzen beeinflussen.

    Mir fehlt leider auch ein genauerer Blick auf die Investitionstätigkeit, die für die langfristigen Aussichten wichtig ist.
    (Inwieweit kommen die Direktinvestitionen tatsächlich, wie wirken sich die staatlichen Infrastrukturprojekte aus? Wieso liest man eine Investitionsmeldung nach der anderen im Ölsektor, produziert wird aber immer weniger? Ich glaub ich muss mal YPF Geschäftsberichte studieren.)

    Beim Haushaltsdefizit hat man kaum gebremst, vor dem Hintergrund und guter US Konjunktur hätte man vielleicht mehr Wachstum erwarten können.
    Nur sind da wohl allein schon organisatorisch enorme Altlasten bei Planung und Personal zu bewältigen.
    Man möchte ja auch qualitative Verbesserungen beim Export.
    Die Dollarfreigabe hingegen musste ja erstmal zur Stillung interner Konsumbedürfnisse führen, schwache Konjunktur bei Nachbar Brasilien, schwacher US Dollar (im Vergleich zu anderen Hartwährungen), das ist auch alles nicht unbedingt Rückenwind, der sich aber einstellen sollte.

  7. Betreff: AW: Argentinien #14087

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    Zitat Zitat von butzi Beitrag anzeigen
    Q3 war ja sehr gut und die Ernteergebnisse und terms of trade der Agrarprodukte kann man nur in Grenzen beeinflussen.
    die Erntesaison beginnt ja auch jetzt gerade erst

  8. Betreff: AW: Argentinien #14088

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    Zitat Zitat von stupidgame Beitrag anzeigen
    Ich habe mir jetzt so mal die Daten der letzten Monate angeschaut. Da sehe ich in der Tat größtenteils nur negative Meldungen.
    -Verfehlung des Inflationsziels (wurde ja hier schon mehrfach erwähnt)
    -Verbrauchervertrauen ist wieder deutlich unter die 50-er Marke gefallen (45,2)
    -Industrieproduktion ist gefallen, vor allem der wichtige Nahrunsmittelsektor
    -Ökonomische Aktivität geht deutlich zurück, allerdings von relativ hohem Level
    -Außenhandelsdefizit steigt deutlich und die Prognosen für 2018 und 2019 gehen da von weiteren Anstiegen aus.
    -In Q3/17 lag die Außenverschuldung bei 216 Mrd. USD. Die hat in 2 Jahren um über 50 Mrd. zugelegt.
    auch in der Türkei kollabiert die Lira und die Außenhandelszahlen sind schlecht, aber das juckt keinen,der türkische USD-Bonds hat, weil:

    https://tradingeconomics.com/turkey/...hange-reserves

    am besten im Chart auf max stellen

  9. Betreff: AW: Argentinien #14089

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    Zitat Zitat von esteban Beitrag anzeigen
    auch in der Türkei kollabiert die Lira und die Außenhandelszahlen sind schlecht, aber das juckt keinen,der türkische USD-Bonds hat, weil:..
    Auslandsschulden 440 Mrd.

  10. Betreff: AW: Argentinien #14090

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