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    Ekosem Agrar GmbH

    Da die Entwicklung von Ekosem Agrar und Ekotechnika (hoffentlich) nicht mehr parallel verläuft und es im Ekotechnika-Thread wild durcheinander geht, mache ich jetzt diesen Faden auf. Interessante Beiträge aus dem anderen Thread dürfen gern rüberkopiert werden.

    Wichtig ist mir die Beantwortung der Frage, ob und wie Ekosem Agrar durch die Entwicklung in der Ukraine und die Reaktionen Putins darauf tangiert wird. Mir ist die Reaktion der Anleger darauf nicht klar.

    #2
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Wenn sie keine Geschäfte in der Ukraine machen ist es auch egal, was dort passiert. Eine andere Sache ist, dass viele der Meinung sind, dass russische Kühe keine Milch mehr geben wenn Krim russisch wird.
    Auf der anderen Seite typisch für MBonds ist, dass zuerst die Kursbewegungen kommen und danach die News. Auch deswegen fasse ich die Dinge nicht an…

    P.S. Interessenten können auch EkoNiva-Media kontaktieren

    Zuletzt geändert von Alf; 01.03.2014, 11:18.

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    #3
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Ich würde nicht sagen, dass sich dass ganze in Zukunft nur auf die Ukraine beschränken wird. Die Amis reden ja jetzt schon vom Boykottieren von Russland, indem sie am G8-Treffen eventuell nicht teilnehmen wollen. Wenn sich die Lage um die Krim zuspitzen sollte weil niemand nachgeben will, wer will da jetzt ausschliessen, dass es nicht eine Wirtschaftsboykott gegen Russland geben könnte?
    Dann sieht man mit den Gazprom Bonds aber auch alt aus.
    Na ja, vieles ist möglich und nix sicher.

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    #4
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Zitat von Crisu Hier:01.03.2014, 11:59 Beitrag anzeigen
    ... wer will da jetzt ausschliessen, dass es nicht eine Wirtschaftsboykott gegen Russland geben könnte?
    Wirtschaftsboykott, von wem? Von den Europäern sicherlich nicht und von den Amerikanern auch nicht. Was glaubst Du welches Feuer die amerikanischen Firmen, die Milliarden an Dollars in Rußland investiert haben, ihrer Regierung machen würden, wenn man da auch nur einen Gedanken an Wirtschaftsboykott verschwenden würde? Rußland ohne GM, ohne Lear, ohne John Deere und viele andere, daran glaub ich nicht.

    Kommentar


    #5
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Zitat von NNZ Hier:01.03.2014, 10:31 Beitrag anzeigen
    Da die Entwicklung von Ekosem Agrar und Ekotechnika (hoffentlich) nicht mehr parallel verläuft und es im Ekotechnika-Thread wild durcheinander geht, mache ich jetzt diesen Faden auf. Interessante Beiträge aus dem anderen Thread dürfen gern rüberkopiert werden.
    Ich fand das ganz gut, daß Ekosem Agrar und Ekotechnika im gleichen Thread diskutiert wurden, da die Firmen miteinander sehr verflochten sind.

    Kommentar


    #6
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    DGAP-News: Ekosem-Agrar GmbH / Schlagwort(e): Sonstiges/Anleihe
    Ekosem-Agrar steigert Milchproduktion auf über 400 Tonnen pro Tag

    06.03.2014 / 11:15

    ---------------------------------------------------------------------

    - Ende 2013: 46.500 Rinder; 19.300 Milchkühe; 196.000 Hektar

    - Milchleistung Ende 2013 bei 370 Tonnen pro Tag; aktuell über 400 Tonnen

    - Milchpreis mit 47 Eurocent auf Rekordniveau

    - Positive Einflüsse eines schwachen Rubels überwiegen deutlich

    Walldorf, 6. März 2014 - Die Ekosem-Agrar GmbH, deutsche
    Holdinggesellschaft der auf Milchproduktion in Russland ausgerichteten
    Unternehmensgruppe Ekoniva, hat die Führungsposition innerhalb der
    russischen Rohmilch-Erzeuger in 2013 deutlich ausgebaut. Die Milchkuhherde
    hat die Gruppe im Jahresverlauf von 15.500 um 24,5 % auf 19.300 Tiere
    erweitert. Die gesamte Rinderherde wuchs in 2013 von 39.100 um 18,9 % auf
    46.500 Tiere. Die Milchleistung legte deutlich überproportional zu. Zum
    Jahresende wurden 370 Tonnen Milch pro Tag gemolken - ein Wachstum von 37,5
    % gegenüber den 269 Tonnen zum Dezember 2012. Inzwischen wurde schon die
    400-Tonnen-Marke überschritten.

    Neben dem Wachstum der Herde hat die Gruppe erneut in modernste Technik
    investiert. Auf einem Betrieb in der Region Kaluga, wo aufgrund einer
    Vielzahl von Industrieunternehmen ein Arbeitskräftemangel herrscht, wurden
    im vierten Quartal 2013 die ersten beiden Melkroboter in Betrieb genommen.
    Ziel ist es, einen Meilenstein bei der Modernisierung zu setzen und vor Ort
    künftig 1.800 Milchkühe mit zwölf Robotern zu melken.

    Durch das integrierte Geschäftsmodell mit eigenem Futteranbau ist die
    Versorgung bereits bis 2015 sichergestellt. Im Jahr 2013 hat die
    Unternehmensgruppe die landwirtschaftliche Nutzfläche um 20.000 Hektar auf
    196.000 Hektar vergrößert. Der Eigentumsanteil stieg um 13.700 Hektar auf
    106.700 Hektar und liegt damit deutlich über 50 %. Stefan Dürr,
    Geschäftsführer und Hauptgesellschafter der Ekosem-Agrar GmbH: "Mit der
    Erweiterung der Herde und der stetig steigenden Milchleistung haben wir
    bereits die Basis für ein erfolgreiches Jahr 2014 geschaffen. Darüber
    hinaus haben wir in den vergangenen Tagen mit wichtigen Kunden höhere
    Milchpreise vereinbart."

    Weiterhin positive Rahmenbedingungen für die Milch-Erzeuger in Russland

    Die Rahmenbedingungen für die Milch-Erzeuger in Russland sind weiterhin
    positiv. Die Nachfrage übersteigt das inländische Angebot um rund acht Mio.
    Tonnen. Dies entspricht der Leistung von rund einer Millionen Milchkühen
    und einem Investitionsvolumen von acht Milliarden Euro. Da die Zahl der
    privaten und kleinen Erzeuger rückläufig ist und der Aufbau großer Herden
    mit hohen Markteintrittsbarrieren verbunden ist, wird sich an der
    strukturellen Unterversorgung auf absehbare Zeit nichts ändern.

    Wolfgang Bläsi, Geschäftsführer und CFO der Ekosem-Agrar GmbH: "Mit der
    Rubel-Abwertung können wir gut leben. In der Summe überwiegen eher die
    positiven Einflüsse eines schwachen Rubels deutlich." In der
    Rubel-Abwertung sieht die Unternehmensgruppe insgesamt kein Risiko für die
    Geschäftsentwicklung. Aufgrund der hohen Abhängigkeit von Importen, wird
    der Rubel-Verkaufspreis regelmäßig vom Weltmarktpreis, der in Euro und
    US-Dollar notiert, abgeleitet. Aufgrund der jüngsten Rubel-Abwertung wurde
    mit einem Hauptkunden erst vor wenigen Tagen eine Preiserhöhung (in Rubel)
    um 15 Prozent auf umgerechnet 47 Eurocent vereinbart. Dagegen bleiben die
    Personalkosten und die Rubel-Verbindlichkeiten - der wesentliche Teil der
    Konzern-Fremdfinanzierung - auf dem niedrigen Rubelniveau. Lediglich bei
    den Euro-Verbindlichkeiten gibt es negative Effekte.

    Über Ekosem-Agrar

    Die Ekosem-Agrar GmbH, Walldorf, ist die deutsche Holdinggesellschaft der
    Ekoniva Gruppe, eines der größten russischen Agrarunternehmen. Mit einem
    Bestand von über 46.500 Rindern (davon 19.300 Milchkühe) und einer
    durchschnittlichen Milchleistung von über 400 Tonnen pro Tag ist die
    Gesellschaft größter Milchproduzent des Landes. Die Gruppe verfügt über
    eine landwirtschaftliche Nutzfläche von rund 196.000 Hektar und zählt
    darüber hinaus zu den führenden Saatgutherstellern Russlands. Als drittes
    Standbein wird derzeit das Geschäft mit Premium-Rindfleisch aufgebaut.
    Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens ist Stefan Dürr, der seit Ende
    der 80er Jahre in der russischen Landwirtschaft aktiv ist und deren
    Modernisierung in den letzten zwei Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt hat.
    Für seine Verdienste um den deutsch-russischen Agrar-Dialog wurde er 2009
    mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Unternehmensgruppe ist mit
    rund 3.600 Mitarbeitern an sechs Standorten in Russland vertreten.
    Ekosem-Agrar hat im Geschäftsjahr 2012 eine Betriebsleistung von 108,2 Mio.
    Euro und ein EBIT von 17,2 Mio. Euro erwirtschaftet. Weitere Informationen
    unter: www.ekosem-agrar.de

    Kontakt

    Irina Schwachhofer // Ekosem-Agrar GmbH // Johann-Jakob-Astor-Str. 49 //
    69190 Walldorf // T: +49 (0) 6227 8890 300 // E:
    irina.schwachhofer@ekosem-agrar.de // www.ekosem-agrar.de

    Presse / Investor Relations

    Fabian Lorenz // IR.on AG // T: +49 (0) 221 9140 974 // E:
    fabian.lorenz@ir-on.com


    Ende der Corporate News

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    #7
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Zitat von NNZ Hier:06.03.2014, 10:17 Beitrag anzeigen
    In der Summe überwiegen eher die
    positiven Einflüsse eines schwachen Rubels deutlich." In der
    Rubel-Abwertung sieht die Unternehmensgruppe insgesamt kein Risiko für die
    Geschäftsentwicklung. .........

    Aufgrund der jüngsten Rubel-Abwertung wurde
    mit einem Hauptkunden erst vor wenigen Tagen eine Preiserhöhung (in Rubel)
    um 15 Prozent auf umgerechnet 47 Eurocent vereinbart.
    Ein Hauptkunde akzeptiert aufgrund der für Ekosem positiven Rubelabwertung eine Preiserhöhung aufgrund der Rubel-Abwertung.

    ----------
    Zur absoluten Höhe der Fremdverschuldung per 30.06.2013 und zum "wesentlichen Teil der Konzernfremdfinanzierung" siehe
    http://www.ekosem-agrar.de/de/invest...dokumente.html
    Konzernzwischenabschluss (ungeprüft), Erläuterung Nr. 20.

    Zur Einordnung: Anleihevolumen EUR 78+50 Mio = EUR 128 Mio.
    -----------------

    Mehr Milch zu Rekordpreisen, positive Effekte der Rubelabwertung = Jahresüberschuss ?

    Kommentar


    #8
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    In der Summe überwiegen eher die
    positiven Einflüsse eines schwachen Rubels deutlich."
    Damit sind ja dann die Anleihen völlig zu Unrecht unter Druck gekommen.

    Kommentar


    #9
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Am neuen Markt gabs auch immer solche undurchsichtigen auf den ersten Blick positiven Wischi-Waschi-Pressemeldungen. Ich hab seinerzeit mal Geld in eine Firma Rosneftegazstroy (oder so ähnlich) versenkt, seither bin ich mit russischen Sachen sehr vorsichtig. Nee nee gibt (meiner Ansicht nach) genug ähnlich Risiken bei ähnlicher Rendite, allerdings ohne Russen-Rubel-Ramba-Zamba-Gesetze-Zusatzrisiko.

    Kommentar


    #10
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Zitat von eurohypo Hier:06.03.2014, 11:49 Beitrag anzeigen
    Ein Hauptkunde akzeptiert aufgrund der für Ekosem positiven Rubelabwertung eine Preiserhöhung aufgrund der Rubel-Abwertung.

    ----------
    Zur absoluten Höhe der Fremdverschuldung per 30.06.2013 und zum "wesentlichen Teil der Konzernfremdfinanzierung" siehe
    http://www.ekosem-agrar.de/de/invest...dokumente.html
    Konzernzwischenabschluss (ungeprüft), Erläuterung Nr. 20.

    Zur Einordnung: Anleihevolumen EUR 78+50 Mio = EUR 128 Mio.
    -----------------

    Mehr Milch zu Rekordpreisen, positive Effekte der Rubelabwertung = Jahresüberschuss ?
    Ganz ehrlich, wenn ich so einen Beitrag sehe, dann bekomme ich große Lust, hier nix mehr zu schreiben.

    Was bedeutet der -Smiley? Die Argumentation ist doch schlüssig, oder?
    Ist es zuviel verlangt, wenn Du die Zahl für die Fremdverschuldung einfach hinschreibst, anstatt jeden Leser über einen Disclaimer zu jagen?

    Kommentar


    #11
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Zitat von Der Fondsmanager Hier:06.03.2014, 11:57 Beitrag anzeigen
    Damit sind ja dann die Anleihen völlig zu Unrecht unter Druck gekommen.
    Das hatte ich versucht anzudeuten und deswegen hatte ich diesen separaten Thread eröffnet. Die Krim-Krise hat imho sehr unterschiedliche Auswirkungen auf Ekotechnika und Ekosem-Agrar

    Kommentar


    #12
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Zitat von NNZ Hier:06.03.2014, 12:36 Beitrag anzeigen
    Was bedeutet der -Smiley? Die Argumentation ist doch schlüssig, oder?
    Ist es zuviel verlangt, wenn Du die Zahl für die Fremdverschuldung einfach hinschreibst, anstatt jeden Leser über einen Disclaimer zu jagen?
    Die Argumentation ist nicht schlüssig (natürlich nur und genau meine Meinung).

    Es ist nicht zuviel verlangt, die Zahlen hinzuschreiben, sorry. Finanzverbindlichkeiten kurzfr TEUR 77.497 zzgl. langfr TEUR 201.274.
    Es wäre auch nicht zuviel verlangt gewesen vom CFO , damit wäre die Aussage "wesentliche Teil der Konzernfremdfinanzierung" klarer geworden.

    Kommentar


    #13
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Zitat von eurohypo Hier:06.03.2014, 15:30 Beitrag anzeigen
    Die Argumentation ist nicht schlüssig (natürlich nur und genau meine Meinung).

    Es ist nicht zuviel verlangt, die Zahlen hinzuschreiben, sorry. Finanzverbindlichkeiten kurzfr TEUR 77.497 zzgl. langfr TEUR 201.274.
    Es wäre auch nicht zuviel verlangt gewesen vom CFO , damit wäre die Aussage "wesentliche Teil der Konzernfremdfinanzierung" klarer geworden.
    Sind die Finanzverbindlichkeiten von 280 Mio. incl. Anleihe oder sind diese 280 Mio. zusätzlich zu den Anleihen? 128 von 280 wären ja doch eher die Hälfte.

    Wenn der Milchpreis am Weltmarkt in USD oder EUR festgestellt wird, dann ist es für mich logisch, dass er bei einem schwachen RBL in RBL steigen muss. Ich möchte Dir Dein Recht auf eine eigene Meinung nicht absprechen, aber verstehen würde ich sie gerne.

    Kommentar


    #14
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    Nur ganz knapp, da gleich unterwegs:

    Geschäftsmodell Ekosem Herstellung von Milch in Russland. Hoher russischer Milchpreis (über dem Weltmarktpreis, falls es so etwas bei Milch gibt, Transport / Lagerkosten sind bei Milch relevant).
    Fällt der Rubel und Teile der Kosten sind non-Rubel, ist dies schlecht für Ekosem Agrar, wohl unstrittig.

    Ja, mit Rubelabwertung ist bei Inflation in Russland höherer Rubel Milchpreis möglich und wie der CFO darstellt, war z.B. 15% Aufschlag möglich.
    M.E. ist dies stets nur NACHLAUFEND möglich und nur bei Neuverhandlungen oder Gleitklauseln u.ä.

    Bin auf die GuV gespannt, die Bilanzierung in EUR ohne Unternehmensumsätze in EUR ist für mich Neuland.
    Wenn der CFO vorrechnen kann, wie die Rubel- Abwertung die Gewinne erhöht, sind die Kurse schnell wieder oben.

    Sorry für den sms Schreibstil.

    Kommentar


    #15
    AW: Ekosem Agrar GmbH

    http://www.fixed-income.org/index.php?id=19&tx_ttnews[tt_news]=3836&cHash=8e2566577d76ed1f3fb98a9d5a08b95a


    07.03.14
    „Wir wissen, dass man in Russland arbeiten kann“, Wolfgang Bläsi, CFO, Ekosem-Agrar und Ekotechnika

    In den vergangenen Tagen hatte die politische Krise auf der Krim auch erhebliche Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Ganz besonders davon betroffen waren russische Unternehmen bzw. Unternehmen, die operativ in Russland tätig sind. Im Gespräch mit dem BOND MAGAZINE nimmt Wolfgang Bläsi, CFO von Ekosem-Agrar und Ekotechnika zur aktuellen Geschäftsentwicklung und zu den möglichen Auswirkungen der politischen Krise Stellung.

    BOND MAGAZINE: Wie entwickeln sich Ekosem-Agrar und Ekotechnika operativ?

    Bläsi: Ekotechnika hat letzte Woche die Zahlen zum 30.09.2013 veröffentlicht; der geprüfte IFRS-Konzernabschluss folgt in den nächsten Tagen. Wie bereits im November gemeldet, war das Jahresergebnis leicht negativ. Hierfür waren im Wesentlichen die hohen Finanzierungskosten verantwortlich, die zum Teil von Währungskursen beeinflusst sind. Operativ haben wir weiteres Wachstum in Umsatz und Ergebnis erzielt. Wie es in diesem Jahr weitergehen wird, entscheidet sich in den nächsten Wochen – die Landwirtschaft steht kurz vor dem Beginn der neuen Saison und die nächsten Monate sind die verkaufsstärksten in unserem saisonal geprägten Geschäft. Wir sind mit einem neu aufgestellten Management dabei, die wesentlichen Faktoren Vorratsvermögen und Finanzierung zu verbessern und gehen davon aus, dass sich dies im laufenden Jahr positiv auswirken wird.

    In der Ekosem-Agrar-Gruppe profitieren wir weiter von den historischen Höchstständen im Milchpreis – gerade erst haben wir den Preis bei einem Kunden um 15 Prozent erhöht. Weltweit ist Milch ein gefragtes Gut. Die Nachfrage wird insbesondere von China getrieben. Im vom Import abhängigen Russland führt das weiterhin zu einem Anstieg der Milchpreise. Wir haben in diesen Tagen in der Tagesproduktion die 400-Tonnen Marke geknackt und damit unsere Führungsposition weiter gefestigt. Im Pflanzenbau beginnt die Saison erst noch, so dass man hier noch keine zuverlässigen Prognosen geben kann, jedoch ist das Wintergetreide gut durch den Winter gekommen.

    BOND MAGAZINE: Welche Risiken könnten sich für Ekosem-Agrar und Ekotechnika durch die geopolitische Situation (Russland-Ukraine-Konflikt) ergeben?

    Bläsi: Im operativen Geschäft sehen wir aktuell keine nachhaltigen Auswirkungen. Sicherlich kann ein – länger anhaltender – Konflikt, in dessen Verlauf z. B. Handelsbeschränkungen erlassen werden, Auswirkungen haben – diese sehen wir aber heute nicht. Auch die Veränderung von Wechselkursen sowie Finanzierungskosten in Russland könnte folgen. Doch wie gesagt – wir gehen eher von einer baldigen Normalisierung der Situation aus.

    Die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft, und die Milch-Erzeugung ganz besonders, sind in Russland weiterhin positiv. Anders als in der Ukraine. Wir haben vor einigen Jahren auch überlegt, uns in der ukrainischen Landwirtschaft zu engagieren, da vordergründige Vorteile wie Klima und niedriges Lohnniveau dafür sprechen. Aufgrund der unstabilen politischen Lage und der korrupten wirtschaftlichen Verhältnisse, haben wir uns jedoch dagegen entschieden.

    BOND MAGAZINE: Wie sieht es mit Währungsrisiken aus? Ist nicht bei beiden Unternehmen ein Rating-Downgrade wahrscheinlich?

    Bläsi: Tatsächlich hat Creditreform das Ekotechnika-Rating im jährlichen Update gerade auf B reduziert. Dafür waren unter anderem Währungseffekte auf der Finanzierungsseite verantwortlich die es bei Ekosem nicht gibt. Die Veränderung der Wechselkurse hat sowohl negative als auch positive Auswirkungen. Wir verkaufen zwar praktisch ausschließlich in Rubel, allerdings sind die Verkaufspreise immer in irgendeiner Form an Euro oder US-Dollar geknüpft. Im Maschinenhandel verkaufen wir zu Dollar-Preisen, zahlbar in Rubel zum Wechselkurs am Zahlungstag. Dies bedeutet, dass die Umsätze bei Abschwächung des Rubel steigen. Andererseits sind von Maschinenkosten abgesehen die meisten Kosten in Rubel; der Anstieg dieser Kosten geschieht deutlich langsamer.

    In der Landwirtschaft sehen wir im Verlauf der letzten 12 Monate – also seit der Rubel schwächer wird – einen deutlichen Anstieg der Milchpreise um mehr 30 Prozent. Wir haben gerade diese Woche von unserem Hauptkunden Danone einen weiteren Zuschlag von 2,5 Rubel pro Kilo Milch zugesagt bekommen, der ab Mitte der Woche gilt. Dieser ist direkt mit der Abwertung des Rubel verbunden. Auch in der Finanzierung erleichtert uns das die Rückführung von Rubel Krediten und damit einem wesentlichen Teil unseres Fremdkapitals. Auf der Seite der Euro-Verbindlichkeiten ergibt sich dagegen ein negativer Einfluss. In Summe überwiegen bei Ekosem die positiven Einflüsse eines schwachen Rubels.

    BOND MAGAZINE: Wenn sich die geopolitische Lage nicht sehr rasch und deutlich entspannt, dann dürfte eine Refinanzierung für Ekosem-Agrar über den westlichen Kapitalmarkt sehr schwer werden, die von Ekotechnika ist aufgrund der operativen Entwicklung über den Mittelstandssanleihemarkt praktisch ausgeschlossen. Wie sieht Ihr Plan B aus?

    Bläsi: Wie lange der Konflikt anhält und wie stark die Auswirkungen sein werden, ist aktuell reine Spekulation. Auch die einseitige Darstellung von westlicher Politik und westlichen Medien ist wiederum eine Vereinfachung der Situation – es gab und gibt in der Ukraine auch pro-russische Stimmen, die im Westen nicht wahrgenommen werden. Wir gehen davon aus, dass die gegenseitigen Abhängigkeiten und Interessen dazu führen, dass der Konflikt nicht weiter eskaliert und auch nicht sehr lange anhält.

    Die erste Anleihe von Ekosem-Agrar wird erst in drei Jahren fällig. Bis dahin wird sich bei Ekosem und bei Ekotechnika noch viel tun. Wir hatten bereits zur jeweiligen Emission verschiedene Szenarien aufgezeigt, wie wir die Anleihen zurückführen – eine Refinanzierung über die Kapitalmärkte war eine davon, die wir nach wie vor als valide betrachten. Darüber hinaus prüfen und diskutieren wir weiterhin Finanzierungen außerhalb des Kapitalmarktes – mit Banken oder Investorengruppen. In der Ekosem-Gruppe wird außerdem die Wachstumsgeschwindigkeit aktuell etwas gedrosselt, so dass wir auch über die Generierung von Cash eine weitere Option haben. Schließlich war der Verkauf einzelner Teilbetriebe schon immer ein mögliches Szenario. Wir sind davon überzeugt, dass ein Mix dieser Maßnahmen die Rückführung unserer Verbindlichkeiten sicherstellt.

    BOND MAGAZINE: Wenn Sie sich mal die Geschäftsberichte von internationalen Brauereikonzernen durchlesen, werden Sie einige Absätze zur Verlässlichkeit der russischen Wirtschaftspolitik finden. Auf was können sich Investoren in Russland überhaupt noch verlassen?

    Bläsi: Ich muss gestehen, dass ich mich in der Brauereiszene nicht besonders gut auskenne. Meines Wissens hat die Branche in der Vergangenheit sehr gut verdient – und sie klagen auf hohem Niveau. Außerdem weiß ich zufällig aus einem Gespräch diese Woche, dass Frankreich im letzten Jahr die Biersteuer um über 150 % erhöht hat – es gibt also überall Herausforderungen für bestimmte Branchen. Aus meiner eigenen Erfahrung und auch aus zahlreichen Gesprächen mit ganz verschiedenen Unternehmen – so sind allein rund 6.000 deutsche Unternehmen in Russland aktiv – weiß ich, dass es viele positive Entwicklungen in Russland gibt. Russland ist für viele ein wichtiger Markt, ein interessanter Markt und ein Markt, in dem man Geld verdienen kann. Es gibt wie überall in aufstrebenden Ökonomien Chancen und Risiken. Natürlich gibt es Dinge, die sich verbessern müssen – ich warne aber davor, auf der ganzen Welt mit unserer deutschen Brille zu kommen und die Historie dieser Länder und deren Entwicklung einfach zu ignorieren. Jedes Land der Welt hat seine spezifische Geschichte, die Konsequenzen für Entwicklungsrichtung und –geschwindigkeit hat.

    Wie gesagt – wir wissen, dass man in Russland arbeiten kann, tun dies seit Jahrzehnten gut und werden das auch weiter gerne tun!

    Das Interview führte Christian Schiffmacher, www.fixed-income.org

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