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Alpiq CHF Hybrid Anleihe 5% CH0212184037

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    #76
    Der Energiekonzern Alpiq hat am Montag ein Rückkaufangebot auf ausstehende Anleihen im Umfang von maximal 300 Millionen Franken gestartet.
    Das Unternehmen will damit die Bruttoverschuldung und die Finanzierungskosten weiter reduzieren. Alpiq hatte bereits in den Jahren 2014, 2015 und 2016 Anleihen zurückgekauft. Das Rückkaufangebot gilt für Anleihen mit Fälligkeiten von 2019 bis 2024, wie aus einer Mitteilung hervorging. Es läuft demnach bis zum 13. September, und das Ergebnis wird voraussichtlich am darauffolgenden Tag publiziert. Das Settlement ist für den 18. September geplant. Die zurückgekauften Anleihen sollen vernichtet werden.
    https://www.finanzen.ch/nachrichten/...ken-1027502437

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    #77
    Und wie ist das Angebot? Finde nix

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    #78
    Die Hybrids sind wahrscheinlich nicht dabei.
    Die Hybridanleihe wird vorerst nicht zurückgezahlt, da sie unsere Eigenkapital stärkt», erklärt CFO Thomas Bucher.„“ Siehe Beitrag oben.
    Der schuldenabbau ist dennoch gut für die hybrids.. Stärkt die Bilanz.

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    #79
    Sollten die Hybrid Anleihe im November 2018 nicht zurückbezahlt bezahlt werden, ergibt sich dann bis November 2023 ein Zinssatz von 4.5725% plus akt. 5 Jahres swap Satz - 0.14% = 4.4325%
    Für Alpiq nicht uninteressant, da Verzinsung von Mitteln, die zum Eigenkapital zählen.

    Weiss jemand ob die Anrechnung der Hybrids zum Eigenkapital irgendwann abläuft?

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    #80
    Zitat von dem Hier:10.09.2018, 09:25 Beitrag anzeigen
    Sollten die Hybrid Anleihe im November 2018 nicht zurückbezahlt bezahlt werden ...
    Jetzt ist es fix, dass der Hybrid nicht zurückgezahlt wird.

    Zitat:
    ************************************************** ******************
    Alpiq will eine nachrangige Hybridanleihe nicht vorzeitig zurückzahlen. Eine Optimierung der Bilanz habe Priorität.

    Der Energiekonzern hätte das Recht, eine seit 2013 laufende unbefristete Anleihe über 650 Millionen Franken erstmals per 15. November zu begleichen. Alpiq begründet den Verzicht auf die vorzeitige Rückzahlung mit ihrer Finanzstrategie: Eine weitere Optimierung der Bilanz durch den Abbau von vorrangigem Fremdkapital habe unverändert hohe Priorität, teilte das Unternehmen am Freitag mit.
    ************************************************** ******************

    Bezüglich neuem Zinssatz steht auch was.
    Zitat:
    ************************************************** ******************
    Der heutige Zins von 5 Prozent wird damit letztmals am 15. November bezahlt. Danach könnte der Zins sinken. Denn der anwendbare Referenzzinssatz könne negativ sein, schrieb Alpiq. Zusammen mit der Marge von 4,5725 Prozent könne somit ein tieferer Jahrescoupon resultieren.
    ************************************************** ******************

    Der komplette Text ist hier:
    https://www.cash.ch/comment/648883#comment-648883

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    #81
    Schaung mer mal. Immerhin hat sich der massgebliche CHF-5-Jahresswap seit Anfang Oktober wieder in positives Terrain vorgearbeitet. Ich persönlich erwarte einen effektiven Coupon zwischen 4,5 % und 5 % ab 15.11.18. Bei der verbesserten Bilanz und den aktuell besseren Aussichten im Energiegeschäft hätten wir dann eine YTM von ca. 6 % plus p.a. bei aktuellem Kurs von 94 %, wenn ich den 15.11.23 mal als ( fiktiven ) Rückzahlungstermin ansetze. So schlecht m.E. nicht für eine nachrangige CHF-anleihe.

    nanu

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    #82
    Ich bin jetzt erst dazu gekommen, die Abrechnung zu checken. Ist es korrekt, dass sowohl schweizer als auch deutsche Kapitalertragssteuer bei der letzten Kuponzahlung abgezogen wurde?

    Kann man sich die ähnlich wiederholen wie bei Nestlé-Aktien mit Formular und per Post einreichen?

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    #83
    Zitat von alxbb Hier:11.12.2018, 20:12 Beitrag anzeigen
    Ich bin jetzt erst dazu gekommen, die Abrechnung zu checken. Ist es korrekt, dass sowohl schweizer als auch deutsche Kapitalertragssteuer bei der letzten Kuponzahlung abgezogen wurde?

    Kann man sich die ähnlich wiederholen wie bei Nestlé-Aktien mit Formular und per Post einreichen?
    Ja...

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    #84
    https://www.oltnertagblatt.ch/soloth...e-ab-134031090
    Alpiq schliesst Langfristverträge ab

    .....Die Vertragsabschlüsse erfolgen vor dem Hintergrund gestiegener Strompreise sowie einer stark zunehmenden Preisvolatilität auf den europäischen Märkten. So sind etwa die Terminpreise auf dem Schweizer Markt seit 2017 um mehr als 70 Prozent angestiegen.....

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    #85
    Und noch eine, wie ich finde, gute Nachricht. Alpiq hat ganz interessante Produkte in der Pipeline.

    https://www.pressebox.de/inaktiv/alp...r/boxid/941178

    Der Anleihekurs steigt auch bei großen Umsätzen. Was mir weniger gut gefällt ist der geplante Ausstieg von EDF

    https://www.handelszeitung.ch/untern...iq-heisst-edf#

    Und so kursiert ein zweites Szenario, das wahrscheinlicher ist: Die EDF könnte mit Alpiq-eigenen Anlagen ausgekauft werden.
    Dieses Szenario würde bedeuten, dass Vermögen an die Aktionäre ausbezahlt wird, bevor die vorrangige Hybridanleihe getilgt wird. Ich habe daraufhin die IR von ALPIQ angeschrieben und auf die Angaben auf Seite 34 im Emissionsprospekt hingewiesen

    The Shareholder Loan Notes are perpetual in nature and rank pari passu w ith Alpiq's share capital and junior to the
    Subordinated Notes. The Shareholder Loan Notes can be redeemed at the option of Alpiq on any interest payment
    date, but only after the repayment of the Subordinated Notes.
    Wenn die Shareholder Loan Notes im Rang pari passu mit dem Aktienkapital sind und die Sharholder Loan Notes nur zurückgezahlt werden dürfen NACHDEM die Hybridanleihe zurückgezahlt wurde, dann bedeutet das für mich, dass auch kein Aktienkapital vorher zurückgezahlt werden darf. Trotz zweimaliger Nachfrage beharrt ALPIQ aber auf dem Standpunkt, dass sich diese Regelung nur auf den Liquidationsfall bezieht und das ein jederzeitiger Rückkauf von Aktien möglich ist. Ich verstehe nicht, woraus ALPIQ herleitet, dass die o.g. Regelung nur auf den Liquidationsfall beschränkt sein soll. Hat hier jemand eine Meinung dazu?



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    #86
    https://www.fuw.ch/article/alpiq-noc...-als-erwartet/
    Alpiq wird erst ab 2021 richtig profitieren

    Analyse | Dass der Stromkonzern tiefrote Zahlen für 2018 vorlegen würde, war erwartet worden. Doch er enttäuscht selbst diese Erwartungen. Viele Sondereffekte belasten das Ergebnis.

    Die Präsentationsfolie mit den Kennzahlen, die Alpiq-Finanzchef Thomas Bucher am Montag erläuterte, strotzte vor Minuszeichen. Ein einziges dieser Minuszeichen stand für eine positive Entwicklung: Neben dem Umsatz, dem Betriebsgewinn und dem Cashflow ist nämlich auch die Nettoverschuldung deutlich gesunken. Von den 714 Mio. Fr. Nettoschulden, die Ende 2017 zu Buche standen, blieben noch 247 Mio. Fr. übrig. Finanzchef Bucher bezeichnete diese Kennzahl als die «wesentliche».

    Jens Alder, der seit Anfang Jahr nicht mehr nur Verwaltungsratspräsident ist, sondern auch CEO und erstmals in dieser Funktion auftrat, sagte: «Wir haben den Turnaround aus eigener Kraft geschafft.» Geschafft hat das Unternehmen dies, indem es sich selbst drastisch umgebaut hat. Es hat im vergangenen Jahr sein gesamtes Industriegeschäft, das über 80% der Angestellten beschäftigte, an den französischen Baukonzern Bouygues verkauft.

    Ein Verkauf, der in einer beidseitigen Schiedsgerichtsklage endete. Zwar wurde die Veräusserung Ende Juli 2018 vollzogen, und Alpiq (Alpiq 69.3 -1.28%)erhielt von Bouygues den vereinbarten Preis von 790 Mio. Fr. Bei der anschliessenden Bewertung nicht abgeschlossener Projekte kamen Alpiq und Bouygues aber zu sehr unterschiedlichen Resultaten. Das führte dazu, dass Alpiq nun 12,9 Mio. Fr. zurückfordert, Bouygues jedoch zusätzliche 205,1 Mio. Fr. von Alpiq will.

    Keine Rückstellungen für Rechtsstreit

    Da die Differenz zu gross ist, um einen Vergleich zu erzielen, soll ein in der Schweiz angesiedeltes Schiedsgericht über die Frage entscheiden. Wie lange das dauern werde, sei unmöglich zu sagen, so Finanzchef Bucher. Komplett offen sei auch, ob Alpiq am Schluss den von Bouygues geforderten Betrag nachzahlen muss oder selbst Geld erhält. «Wir sind aber sicher, dass wir einen sehr starken Case haben, weil wir alles gemäss Vertrag gemacht haben», sagte Bucher. Daher habe dieser Rechtsstreit auch keinen Einfluss auf die Jahreszahlen gehabt.

    Jasmin Staiblin, bis Ende Dezember noch CEO des Unternehmens, hatte sich 2018 für den Verkauf der Industriesparte entschieden, weil Alpiq die Verschuldung reduzieren musste, um kreditwürdig zu bleiben. Mit dem Verkauf werde Alpiq erstmals seit Jahren über eine Nettoliquidität statt eine Nettoverschuldung verfügen, hiess es bei der Bekanntgabe der Veräusserung. Das ist nun doch nicht eingetreten. Dennoch steht Alpiq mit der tieferen Verschuldung und der höheren Eigenkapitalquote von 43,5% (Vorjahr: 38,9%) nun stabil genug da, um die nächsten Jahre zu überstehen.

    Das ist wichtig, denn bessere Zeiten stehen nicht unmittelbar bevor. Belastet wird Alpiq in erster Linie durch die in den vergangenen Jahren gesunkenen Marktpreise für Strom. Unterdessen sind die Preise zwar wieder gestiegen. Alpiq kommt das allerdings noch nicht zugute, weil sie fast ihre gesamte Stromproduktion zwei bis drei Jahre im Voraus rollierend absichert. Im Moment sind für Alpiq also die Strompreise zwischen 2015 und 2016 ausschlaggebend, und die waren tief – jedoch noch nicht am Tiefpunkt.

    Tiefpunkt kommt im laufenden Jahr

    Diesen wird Alpiq im laufenden Jahr voll zu spüren bekommen: Während die Schweizer Stromproduktion des Jahres 2018 noch zum durchschnittlichen Kurs von 38 € pro Megawattstunde abgesichert wurde, sind es bei der Produktion von 2019 nur noch 34 €. Aufwärts geht es dann ab 2020: Mit einem Kurs von 39 € pro Megawattstunde wird Alpiq dann allerdings erst ähnlich wenig für den Schweizer Strom erhalten wie im vergangenen Jahr. Erst ab 2021 wird es mit einem Kurs von 46 € pro Megawattstunde wieder richtig aufwärtsgehen.

    Im vergangenen Jahr stützte wie in den Vorjahren insbesondere das internationale Energiegeschäft die Resultate. Alpiq betreibt im europäischen Ausland Windparks und Photovoltaikanlagen sowie Gaskombi- und Kohlekraftwerke. Bei den beiden Kohlekraftwerken in Tschechien prüft sie derzeit aber den Verkauf, obwohl sie gemäss Bucher «finanziell äusserst lukrativ» sind. Es handle sich um einen strategischen Entscheid, aus der Kohlekraft auszusteigen, heisst es. Zum Verkauf kommt es allerdings nur, wenn der Preis und weitere Kriterien stimmen.

    Dass die Resultate schlechter ausfielen als von Analysten erwartet, liegt insbesondere an zahlreichen Sondereffekten. So schlug beispielsweise die negative Entwicklung der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds mit einem Minus von 96 Mio. Fr. zu Buche. Fair-Value-Veränderungen von Energiederivaten zur Absicherung der zukünftigen Stromproduktion belasteten mit 64 Mio. Fr. Zusammen mit den tieferen Strompreisen führt das dazu, dass auf Stufe Ebitda nur noch 9 Mio. Fr. übrig bleiben – nach 343 Mio. Fr. im Vorjahr. Unter dem Strich steht ein Verlust von 63 Mio. Fr.

    Titel sind sehr tief bewertet

    Da dieser Verlust 2019 noch höher ausfallen dürfte, sind die Alpiq-Titel – von denen 12% frei gehandelt werden – derzeit sehr tief bewertet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei gerade mal 0,5. Langfristig dürften die Valoren Gewinnchancen bieten. Bis dahin ist aber wohl mit weiteren Rückschlägen zu rechnen. Auch Geduld ist gefragt, da eine substanzielle Verbesserung erst 2021 ansteht. Dass die Resultate dann aber besser ausfallen werden, ist aufgrund des langfristigen Hedging fast sicher. Zusätzlich könnte Alpiq von Deutschlands Kernenergieausstieg, der bis 2022 vollzogen sein soll, und dem geplanten Kohleausstieg profitieren.

    Zu dieser Strategie Deutschlands sagte Alder: «Wir wissen also, wo der Strom nicht mehr produziert wird. Wir warten noch vergeblich auf Antworten, was in der sogenannten Dunkelflaute passiert», wenn es also Nacht sei und keinen Wind gebe. Er sei immer noch erstaunt, dass in der Politik solch elementare «Milchmädchenrechnungen» nicht gemacht würden.

    Für die Schweiz dürften sich damit zwar Probleme bei der Stromversorgung ergeben, so Alder, für Alpiq sei die Entwicklung aber positiv – auch wenn es zynisch klinge. Denn Alpiqs Pumpspeicherkraftwerke könnten im Falle hoher Schwankungen im Stromangebot Flexibilität anbieten. Wenn es zudem eine Stromverknappung gebe, und dafür sei die Wahrscheinlichkeit gestiegen, erhöhten sich logischerweise auch die Strompreise.

    Doppelmandat als vorübergehende Lösung

    Zu seinem umstrittenen Doppelmandat als Verwaltungsratspräsident und CEO von Alpiq sagte Alder, das sei keine kurzfristige Notlösung. Der Abgang von Jasmin Staiblin nach dem Verkauf des Industriegeschäfts sei «wirklich keine Überraschung» gewesen. Der Verwaltungsrat habe also Zeit gehabt, verschiedene Modelle durchzudenken. Für die Konsolidierungsphase nach dem Verkauf des Industriegeschäfts habe er das Doppelmandat als das richtige Modell angesehen, weil es Stabilität bringe.

    Gleichzeitig hielt Alder fest, dass es sich um eine «vorübergehende» Lösung handle: «Ich habe den Job nicht gesucht.» Wenn die Konsolidierungsphase abgeschlossen sei, werde Alpiq auf das Doppelmandat verzichten. Wann das sein werde, spezifizierte er allerdings nicht: «Die Situation wird nicht fünf Jahre dauern, sie wird aber dieses Jahr überdauern.»


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    #87
    Alpiq will weg von der Börse

    Schweiz Der französische Alpiq-Aktionär EDF konnte sein 25%-Paket für 70 Fr. pro Titel verkaufen. Die Publikumsaktionäre dürften das gleiche Angebot erhalten.

    https://www.fuw.ch/article/alpiq-akt...otiert-werden/

    langfristig solllen schweizerische Pensionskassen an Alpiq über ein Infrastructure Vehikel der CS beteiligt werden.
    Der hybrid nimmt das positiv auf. Kurs über 98

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    #88
    Das ist gut für die Bonds...

    aus US der NZZ am Sonntag

    Alpiq geht nicht einfach von der Börse. Der Konzern soll massiv schrumpfen

    Als sich die Stromkonzerne EOS und Atel vor zehn Jahren zu Alpiq zusammenschlossen und an die Börse gingen, herrschte Euphorie. Zwar spürte der Konzern bereits den tödlichen Hauch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Nacken. Trotzdem gab man sich

    an der ersten Medienkonferenz am 18. März 2009 zuversichtlich. Die üblichen Phrasen wurden gedroschen – das Ganze sei mehr Wert als die Summe seiner Teile, durch den Zusammenschluss würden sich viele zusätzliche Chancen ergeben und so weiter.

    Am Freitag hat Alpiq nun zwei Neuigkeiten bekanntgegeben. Eine Gruppe von 135 Pensionskassen unter Führung eines Fonds der Credit Suisse übernimmt die 25% Anteile, die der französische Stromriese EDF bisher an Alpiq hielt. Und: Alpiq soll von der Börse gehen.

    Das Ziel der neuen Investoren ist glasklar: Alpiq soll komplett um- und zurückgebaut werden. Das neue schweizerische Aktionariat verfolgt «eine Refokussierung von Alpiq auf das schweizerische Stromerzeugungsgeschäft», heisst es in einem Papier, das an interessierte Pensionskassen ging. Und weiter: «Langfristig wird Alpiq somit zu einem reinen Eigentümer und Betreiber von Wasserkraftanlagen in der Schweiz.»

    Möglichst wenig kosten

    Mit anderen Worten: Alpiq wird zu einer Art riesigem Kraftwerk, das Schweizer Strom an seine schweizerischen Besitzer liefert, insbesondere Versorger im Welschland und im Raum Basel. Alpiq wird aus Sicht der neuen Investoren vor allem zwei Aufgaben haben: Erstens Wasserkraftwerke und – bis zu deren Abstelldatum – Kernkraftwerke zu betreiben. Und zweitens möglichst wenig zu kosten.

    Bereits der Verkauf des Energieservicegeschäfts war Teil dieser Rückbaustrategie. Es ging vor kurzem für über 800 Mio. Fr.
    an einen französischen Konzern. Diese Verkaufsstrategie «soll weiterverfolgt werden», heisst es weiter. Als ein Beispiel nennt das Dokument den angestossenen Verkauf der Kohlekraftwerke in Tschechien.

    Langfristig wollen die neuen Aktionäre sämtliche Auslandsaktivitäten loswerden. Kraftwerke hat Alpiq auch in Italien, Spanien und Ungarn. Von den 1548 Mitarbeitern sind 58% ausserhalb der Schweiz beschäftigt. Für die Stromerzeugung in der Schweiz arbeiten nur gerade 130 Mitarbeiter, während das Konzernzentrum 297 Mitarbeiter hat. Gerüchteweise ist zu hören, dass die neuen Investoren mit Einsparmöglichkeiten im zweistelligen Millionenbereich rechnen. Mit einer solchen Strategie wird Alpiq massiv schrumpfen.

    Eingenommene Mittel sollen dazu verwendet werden, das Fremdkapital zu reduzieren. Gemäss dem letzten Geschäftsbericht hat Alpiq noch immer 1,5 Mrd. Fr. Schulden.

    Angesichts dieser strategischen Absichten zeigt sich nun endgültig: Die Gründung der Alpiq war ein Fehler. Beschlossen wurde sie, als die Preise an den Strombörsen hoch waren. Entsprechend teuer bewerteten die Experten die vielen Kraftwerke, die in das neue Unternehmen eingingen. Die früheren Besitzer aus der Westschweiz erhielten von der Alpiq 1,8 Mrd. Fr. – und das frisch gegründete Unternehmen ging mit einem gewaltigen Schuldenberg an den Start. Kaum ging das Rennen los, rächte sich eine weitere Fehleinschätzung: Die Preise an den Strombörsen stiegen nicht wie prognostiziert an. Sondern sie sackten ab, weil Strom im Überfluss vorhanden war. Die Gewinne schmolzen dahin, Alpiq drohte eine Herabstufung auf Ramschstatus.

    Wette auf den Strompreis

    Der Einstieg der Pensionskassen ist nicht risikolos. Sie übernehmen erhebliche Anteile an den Atomkraftwerken Gösgen und Leibstadt. Die Kosten der Entsorgung der Nuklearabfälle sind umstritten, vielen Experten ist längst klar, dass das vorgesehene Geld nicht reichen wird. Die Pensionskassen könnten da allerdings ungeschoren davon kommen: Werden die Beiträge für die Entsorgung erhöht, zahlen nicht sie das. Sondern wir Stromkunden.

    Die Pensionskassen gehen mit ihrem Engagement zudem eine Wette auf den Strompreis ein. Auf den ersten Blick scheinen sie diese fast nicht verlieren zu können: Deutschland steigt aus der Atom- und später aus der Kohlekraft aus, Frankreich muss alte Atomreaktoren stilllegen. Das spricht für höhere Strompreise. Aber eine Wette bleibt eine Wette. Steigt der Strompreis stark, wird es Gegendruck geben, etwa von den vereinigten Industrieverbänden Europas. Jürg Meier

    Aus dem NZZ-E-Paper vom 07.04.2019

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