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Maschinenbauer: MAG IAS

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    Maschinenbauer: MAG IAS

    Via Bond M beschafft sich der Maschinenbauer MAG IAS 50 Mio. Euro, Laufzeit 5 Jahre, Zinssatz 7,5%, "Creditreform-Rating" BB+, Quelle.

    Was halten die Bondboard-Koryphäen von der Anleihe? Wäre mal ein Maschinenbau-Bond für diejenigen, die sich die Kuka-Kindersicherung nicht leisten können. MAG ist allerdings in einem anderen Segment aktiv (Zerspanung und Verbundwerkstoff-Verarbeitung). Mehr News zum Unternehmen gibt es hier.

    Interessant ist auch, dass nicht die US-Muttergesellschaft das Geld pumpt, sondern die deutsche Tochter.

    #2
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Ich war auch schon am überlegen (Zeichnungsfrist beginnt morgen) und habe mir das Unternehmen daher mal oberflächlich angesehen, Ergebnisse wie folgt:

    - Die Emittentin, die MAG IAS (Industrial Automation Systems) GmbH erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 mit etwa 1600 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 250 Mio. EUR und ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von ca. 7 Mio. EUR. Per Ende 2010 beträgt der Auftragseingang über 400 Mio. EUR. Die Emittentin ist aus mehreren deutschen Traditionsunternehmen (Boehringer, Cross Hüller, Ex-Cell-O, Hessapp, Honsberg, Hüller Hille, Witzig & Frank) hervorgegangen, die ab 2005 vom US-Industriellen Mo Meidar zusammengekauft wurden, und verfügt heute über fünf Produktionsstandorte in Deutschland. Im Juli 2010 wurden die Unternehmen auf die MAG IAS GmbH verschmolzen. 50% des Umsatzes werden mit der Automobilindustrie erzielt.

    - Die Konzernmutter, MAG IAS Holdings Inc., Cincinetti, USA, beschäftigt an insgesamt 27 Standorten in Deutschland, den USA, Brasilien, China, Indien, Korea, Russland, Großbritannien, der Schweiz und Ungarn rund 3.500 Mitarbeiter, und erwirtschaftete 2008 einen Umsatz von rund 1,13 Mrd. Euro.

    - Leider ist das Unternehmen sehr intransparent. Da es sich bei der MAG IAS GmbH um eine GmbH statt einer AG handelt, existieren nur sehr beschränkte Publizitätspflichten; zudem existiert das Unternehmen in seiner jetzigen Form erst seit Juli 2010, der Abschluß für das erste Geschäftsjahr liegt damit noch nicht vor.

    - Das einzige vorhandene Rating für die MAG IAS GmbH (Creditreform, BB+) klingt zwar nicht schlecht, allerdings würde ich es als vertrauensbildende Maßnahme werten, wenn dieses auf der "Investor Relations" Website http://www.mag-ias.com/investor-rela...mittentin.html auch einsehbar wäre, was nicht der Fall ist.

    - Die MAG IAS GmbH wirbt zwar auf seiner Investor Relations Site damit, daß keinerlei Bankverbindlichkeiten existieren, weist aber unter "Unternehmenskennzahlen" "Übrige Verbindlichkeiten" in Höhe von 117,7 Mio € aus.

    - Ebenfalls bemerkenswert ist, daß die Emittentin (MAG IAS GmbH) einen Ergebnisabführungsvertrag mit der MAG Europe GmbH geschlossen hat, d.h. die Emittentin führt ihre Gewinne ab, im Gegenzug werden aber Verluste ausgeglichen. Damit wäre auch die Bonität der MAG Europe GmbH zu bewerten.

    - Die Eigenkapitalquote 2010 lag mit 24% ähnlich schlecht wie manch andere Maschinenbauer mit allerdings deutlich schlechterem Rating (KUKA 2009 mit "B" Rating 22%, Dürr 2009 mit "B" Rating 31%)

    - Auch die Umsatzrendite der Jahre 2008-2010 ist nicht gerade überzeugend, wobei man dem Unternehmen zumindest für 2008 und 2009 das schlechte wirtschaftliche Umfeld zugutehalten kann.

    Auf http://www.fixed-income.org soll morgen eine genauere Analyse folgen, ich werde diese abwarten. Wenn jemand den Ratingbericht der Creditreform hat, wäre es toll, wenn er diesen veröffentlichen könnte.

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    #3
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Kleine Korrektur, Zeichnungsfrist beginnt erst nächsten Montag (24.1.). Unter https://www.boerse-stuttgart.de/rd/d...Y&bs=1&lang=de gibt es mittlerweile einiges an Informationen, u.a. den von mir bemängelten fehlenden Rating-Bericht, habe aber noch keine Zeit gehabt, mir diese anzusehen, eine erste Zusammenfassung im WP-Forum klingt nicht zu berauschend. Interessant ist übrigends der Vergleich mit der KUKA-Anleihe A1E8X8:
    - Rendite beide ca. 7,5%
    - Laufzeit MAG IAS 5 Jahre, KUKA knapp 7 Jahre
    - Rating KUKA S&P B-/Moody's B3, MAG IAS Creditreform BB+,
    wobei für mich die Größe (5.700 statt 1.400 Mitarbeiter) und der Bekanntheitsgrad eher für KUKA spricht, außerdem sind potentielle Kursgewinne bei der MAG-IAS-Anleihe wg. Klauseln zur vorzeitigen Kündigung ab 2014 zu 101,5 gedeckelt. Ach ja, eine WKN für die MAG IAS-Anleihe gibt es auch noch: A1H3EY

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    #4
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Die EK-Quote ist lt. Rating-Bericht sogar nur 6,1%, siehe https://www.boerse-stuttgart.de/rd/d...Y&bs=1&lang=de, hat wohl mit dem Gewinnabführungsvertrag zu tun.

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    #5
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Auch die FAZ zeigt sich skeptisch......

    "Nicht unerhebliche Risiken bei MAG IAS

    Mit dem von Finanzinvestoren vor einigen Jahren geschmiedeten Werkzeugmaschinenbauer MAG IAS drängt ein weiteres Unternehmen auf den Markt für Mittelstandsanleihen. In punkto Finanzkraft hat dieser noch erheblichen Verbesserungsbedarf.



    Insgesamt ist der MAG-Konzern mit seinen 23 Untergesellschaften nicht einfach zu durchschauen. Die Tatsache, dass die Emittentin zudem keinen Konzernabschluss vorlegt, weil sie dazu seit Jahresanfang nicht mehr verpflichtet sei, hilft auch nicht, obgleich im Prospekt betont wird, dass diese aufgrund der erfolgten Umstrukturierungen keine weiteren, wesentlichen Informationen für die Anleger enthielten. Immerhin besteht bis mindestens 2015 ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der mit der MAG Europe GmbH, zu der neben MAG IAS noch vier weitere Gesellschaften gehören.
    ........................
    Die Analysten bemängeln unter anderem die bisher unzureichend ausgebildete Ertragskraft der verschmolzenen Unternehmenseinheiten. Aus der Bilanz ließen sich nicht unerhebliche
    Risiken und Unwägbarkeiten erkennen, die nur durch eine nachhaltig verbesserte
    Innenfinanzierungskraft überwunden werden könnten.
    ...................
    Insgesamt erscheint die Entwicklung und die nachhaltige Zahlungsfähigkeit der MAG IAS stark konjunkturabhängig zu sein, wie nicht zuletzt der Einbruch in der Branche in der Krise gezeigt hat. Obendrein ist sie derzeit noch stark auf die Automobilindustrie fixiert.
    "

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    #6
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Die Zeichnung wurde gestern vorzeitig geschlossen, d.h. die 50 Mio € Emissionsvolumen konnten innerhalb von 3 Tagen platziert werden.

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    #7
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Hier die Einschätzung aus dem Bondbook:

    Anleihen-Check: MAG IAS – hoher Kupon, aber keine einfache Story
    Unternehmensanleihen des Wergzeugmaschinenhersteller MAG IAS GmbH können bis einschließlich 4. Februar gezeichnet werden. Der Emittent bietet bei einer fünfjährigen Laufzeit der Anleihe einen Kupon von 7,5% p.a. Creditreform Rating hat das Unternehmen mit BB+ eingestuft.

    Unternehmen

    Die MAG Gruppe ist 2005 entstanden, als der US-Finanzinvestor Mo Meidar begann, deutschen Werkzeugmaschinenhersteller wie z.B. Honsberg, ThyssenKrupp MetalCutting, Ex-Cell-O und die IWKA-Tochter Boehringer aufzukaufen. Im Juli 2010 wurden die Unternehmen auf die MAG IAS GmbH verschmolzen.

    MAG IAS ist mit mehr als 1.600 Mitarbeitern einer der größten Werkzeugmaschinenhersteller. Rund ein Viertel der Mitarbeiter ist in Ingenieurbereichen tätig. Die Werkzeugmaschinen des Unternehmens kommen vorwiegend in der Automobilindustrie (z.B. für Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe, Kurbel- und Nockenwellen) und bei Industriegütern (Rahmen, Lager, Naben, Eisenbahnräder) zum Einsatz. Das Unternehmen beliefert beispielsweise 80% der Automobilhersteller in Europa, in den USA und in China/Indien. Neben den Kerngeschäftsbereichen Automobil und Industriegüter sollen die Geschäftsbereiche Luft- und Raumfahrt sowie Erneuerbare Energien aufgebaut werden.

    Geschäftsbereiche

    Geschäfts-bereich
    Kunden
    Anwendungen
    Umsatz-anteil

    Automobil
    Automobilhersteller, Nutzfahrzeug-hersteller, Zulieferer
    Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe, Kurbel- und Nockenwellen, Getriebegehäuse
    52%

    Industrie-güter
    Eisenbahnen, Bauwesen, Energieerzeugung, Öl und Gas, Maschinenbau
    Rahmen, Lager, Naben, Eisenbahnräder, Pumpen, Ventile, Kompressoren
    37%

    Luft- und Raumfahrt
    Zivile u. militärische Programme, Raumfahrt, Helikopter
    Aluminium-, Composite-, Titan-Bauteile, Antriebe, Fahrwerke
    4%

    Erneuerbare Energien
    Wind- und Solarkraft
    Solarmodule, Rotorblätter
    7%



    Geschäftsentwicklung:

    Die MAG IAS GmbH erzielte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010 einen Umsatz von 249 Mio. Euro und erwirtschaftete dabei ein Betriebsergebnis von 5,3 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote von 24,2% würde sich bei einer Vollplatzierung der Anleihe rechnerisch auf 20,9% reduzieren.

    Stärken:

    - hoher Bekanntheitsgrad der Vorgängergesellschaften

    - Know-how-Transfer (USA > Deutschland) zwischen den Konzerngesellschaften dürfte den Ausbau der neuen Geschäftsbereiche Luft- und Raumfahrt und Erneuerbare Energien erleichtern

    - hoher Auftragseingang von 400,6 Mio. Euro zum 31.12.2010 (aufgrund von Verschmelzungen jedoch nicht mit dem Vorjahren vergleichbar)

    Schwächen:

    - weitaus höhere Abhängigkeit von den klassischen Geschäftsfeldern Automobil und Industriegüter und deutlich geringerer Umsatzanteil in den neuen Geschäftsfeldern Luft- und Raumfahrt und Erneuerbare Energien als bei der US-Schwestergesellschaft

    - ausgesprochen niedrige Transparenzstandards und Folgepflichten

    - Besserungsschein in Höhe von 70 Mio. Euro gegenüber der MAG Industrial Automation Systems, LLC

    - Rating im Bereich Non Investment Grade

    - keine Covenants


    Fazit:

    MAG IAS profitiert vom Technologietransfer innerhalb der Unternehmensgruppe und aufgrund der globalen Präsenz von einer Verlagerung der Nachfrage von Asien. Auch der für Finanzen zuständige Geschäftsführer Ralph Berndt machte im persönlichen Gespräch einen positiven Eindruck. Ein Vergleich mit der erfolgreichen Dürr-Emission hinkt jedoch, da MAG IAS nicht börsennotiert ist und somit weitaus niedrigere Transaprenzstandards als bei Dürr erfüllt werden müssen, die im Regulierten Markt (Prime Standard) der Deutschen Börse notiert sind.

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    #8
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Der Kurs hat auf die neuesten Informationen noch gar nicht reagiert:

    http://www.maschinenmarkt.vogel.de/themenkanaele/produktion/zerspanungstechnik/articles/337439"MAG-IAS tauscht komplette Geschäftsführung aus

    Normalerweise ist doch etwas mächtig faul, wenn die komplette Unternehmensführung gefeuert wird. Was hier wohl im Busch ist? Weiß jemand genaueres?

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    #9
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/in...4fbacf709.html

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    #10
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Es ist tatsächlich ein Chinese, aber nicht nur:

    MAG wird zerschlagen

    Frage: Was wird aus dem Bond???

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    #11
    AW: Maschinenbauer: MAG IAS

    Frage: Was wird aus dem Bond???
    ... vermute mal, eine Zerschlagung mit Verkauf der Teile entspricht der Liquidation lt. WP-Prospekt, also Gläubiger-Kündigungsrecht zu pari entsprechend einer sonst üblichen Kontrollwechselklausel - oder im außergewöhnlichen Glücksfall sogar Sonderkündigung durch das Unternehmen mit Staffelpreisen leicht drüber, das allerdings nicht sehr wahrscheinlich, weil keiner was zu verschenken hat. Der Kurs spricht für die erstere Variante.

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