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Finanzielle Ruhestandsplanung

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    Finanzielle Ruhestandsplanung

    Hoffe, die Frage paßt hierher, ansonsten bitte an die richtige Stelle verschieben.

    Kurz zu mir: Nach dem Verkauf meiner Firma (kleine aber feine Werbeagentur, die ich 24 Jahre geführt habe), sitze ich auf einer Menge Cash. Dazu noch zwei LVs, die zur Auszahlung gekommen sind. Mein Cash-Bestand war zudem schon vorher beachtlich (und höher als früher), da sich mein ursprüngliches "Anlageuniversum" über die Jahre hinweg sozusagen aufgelöst hat (permanent sinkendes Zinsniveau bis hin zur quasi Abschaffung der Zinsen durch die Notenbanken). Mag es einfach und sicher und habe früher überwiegend in Bundeswertpapiere investiert wie Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze. Gibt es schon lange nicht mehr bzw. wurde eingestellt. Nun frage ich mich, wie ich meine finanzielle Ruhestandsplanung angehen soll.

    Ein echter Finanzexperte oder Finanzprofi bin ich nicht. Dazu hat mir im Berufsleben schlicht die Zeit gefehlt. Auch wenn ich stets auf solide Finanzen geachtet und mich um das Thema "private Altersvorsorge" gekümmert habe. Dachte früher mal, irgendwann kann ich von den Zinsen meines Kapitals leben … Wohl nicht mehr so einfach in diesen Zeiten !? Auch das früher noch gängige Modell "Sofortrente gegen Einmalbeitrag" lohnt sich m. E. nicht mehr - damit sich das rechnet, müßte man schon uralt werden. Zum Glück habe ich noch eine lastenfreie Immobilie, die ich selbst nutze sowie zwei Eigentumswohnungen, die vermietet sind. Ab 2019 erhalte ich zudem eine kleine gesetzliche Rente aus meiner früheren Zeit als Angestellter. Schulden sind keine mehr vorhanden.

    Jetzt schwirrt mir der Kopf, wie ich das angehen soll, also mein freies Vermögen anlegen soll. Eine Vermögensverwaltung suchen ? Wenn ja, welche ? Auf vermögensverwaltende Fonds (VV) setzen ? Income-Fonds ? Stiftungsfonds ? Dividendenfonds ? Oder besser passiv auf ETFs ? Weiß auch nicht, ob da nicht so einiges nur "Marketingsprech" ist, um den Kram an die Frau bzw. den Mann zu bringen !? Siehe Sprüche wie "Dividenden sind die neuen Zinsen". Oder einfach nur auf ausschüttende Rentenfonds setzen ?

    Um mir selbst ein Depot zu basteln und zu verwalten (einzelne Anleihen und/oder Direktanlage in Aktien) fehlt mir schlicht das Know-How. Interesse an Finanzthemen ist zwar vorhanden, aber nach fast 40 Jahren mit richtig viel Arbeit würde ich eine pflegeleichtere Lösung bevorzugen.

    Große Risiken will ich in meinem Alter nicht mehr eingehen - und muß ich eigentlich auch nicht, da ausreichend Vermögen vorhanden ist. Gewisse Schwankungen wäre ich aber bereit zu akzeptieren. Es dürfte ohnehin nicht ganz einfach sein, selbst nur den Kapitalerhalt nach Steuern, Inflation und Kosten der Anlage hinzubekommen … ?

    Habe sogar schon daran gedacht, die Gelder einfach auf diverse Banken zu verteilen (Stichwort: Einlagensicherung) und mir von den Tagesgeldern einfach was runter zu nehmen, wenn Bedarf besteht. Natürlich keine besonders anspruchsvolle und "sportliche" Lösung. Durch die beiden Mieteinnahmen, das mietfreie Wohnen und die gesetzliche Rente sind meine Basics eh fast gedeckt. Auch wenn der Cashbestand dann nominal erhalten bleibt (von meinen kleinen eventuellen Entnahmen mal abgesehen), schmilz er halt inflationsbedingt bei Nullzins jedes Jahr etwas dahin. Das ließe sich aber mental auch ertragen, da (bislang zumindest) die Immobilien via Wertsteigerung dies etwas ausgleichen. Lebe in einem Ballungsgebiet, mit so ziemlich den höchsten Mieten und Immobilienpreisen in Deutschland.

    Vielleicht gibt es hier ähnlich gelagerte Fälle, Erfahrungswerte, Tipps etc.

    Bin für jede Anregung dankbar !

    #2
    Wie alt biste denn ?
    und dich um deine kohle zu kümmern dürfte nach der gesundheit jetzt das wichrigste für dich sein
    denken is ja auch keine arbeit !?!

    da gibts ja die - gedanken eines privatiers - von ranning

    oder zb. dies
    https://www.capital.de/geld-versiche...in-staatsfonds
    https://www.wiwo.de/finanzen/vorsorg.../22915974.html

    Wer sich nich mehr selbst kümmert läst sein schiff füherlos treiben

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    #3
    Mitte 60.

    Dank für die verlinkten Artikel ! Den einen kannte ich schon. Habe zu dem Thema auch schon selbst einiges gelesen. So richtig schlau bin ich daraus aber nicht geworden.

    An dem Satz "wer sich nicht mehr selbst kümmert, läßt sein Schiff führerlos treiben" mag was dran sein. Klingt schlüssig.

    Kleines Gegenbeispiel: Meine beiden Wohnungen habe ich seit ewigen Zeiten in einer Mietsonderverwaltung (klar, das kostet etwas Rendite). Obwohl ich mich so gut wie nie "selbst gekümmert habe", hat sich das Ganze (inklusive der Mieten) bestens entwickelt. Checke einmal im Jahr das Protokoll der EG-Versammlung. Und natürlich den Mieteingang. Das wars schon.

    PS: Eine weitere Immobilie will ich mir aber nicht kaufen. Zum einen ist das Preisniveau inzwischen m. E. exorbitant hoch. Zum anderen bin ich derzeit fast gleichgewichtig aufgestellt zwischen Nominalwerten (Geldwerten) und Sachwerten (in meinem Fall Immobilien). Das ist in derart unsicheren Zeiten vielleicht gar nicht so schlecht …

    Eine Frage wäre halt, ob ich auf der Seite der Geldwerte eventuell umschichte zugunsten von z. B. festverzinslichen Wertpapieren. Aber selbst bei längeren Laufzeiten bilden die Zinsen ja kaum noch das Risiko ab; und sollten die Zinsen tatsächlich steigen, dürfte es mit den Kursen langlaufender Anleihen abwärts gehen. Machen in einer solchen Situation Rentenpapiere überhaupt Sinn ?

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    #4
    Vollverwaltung is schlau spart ne menge zeit und ärger

    in deinem alter kannst du die wellengänge der wirtschafts-volatIlität nich mehr richtig ausreiten - du must also auf ein tal warten

    das bedeutet , kein manisches "ich muss investiert sein " denken

    also erstmal geldmarktfonds und ständig die situation beobachten
    zwischendurch nen bischen finanzlektüre - und wenn die märkte gefallen sind dann watt mit aktien

    wenn du jetzt oben einsteigst wirst du dich sehr lange ärgern

    Ps.
    das selber kümmern gilt natürlich nur für anlagen die schnell schwanken können

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    #5
    Wie Du an meinem hohen Cashbestand siehst, verfolge ich kein manisches "ich muß investiert sein".

    Den Gedanken z. B. auf die Zinswende zu warten, hatte ich auch schon. Nur wann kommt die, wenn überhaupt ? Einige in meinem Umfeld warten schon viele, viele Jahre ...
    Den nächsten Crash am Aktienmarkt abzuwarten, hat natürlich auch Charme. Wer dann richtig flüssig ist, dem dürften sich nette Chancen bieten.

    Für mein Gefühl haben die Notenbanken inzwischen zu viel Gewicht. Können die überhaupt noch eine Zinswende (Stichwort: Staatsverschuldung !) bzw. einen Aktien-Crash zulassen (Rückgang der Vermögenswerte), ohne daß das ganze System kippt, so verschuldet wie die Welt inzwischen ist ? Das Ganze ist durch diese permanenten Eingriffe ziemlich verzerrt und schwer einzuschätzen. Zumindest für mich als Laien.

    War bei den Immobilien ähnlich. Als jeder dachte, es kann kaum teurer werden, haben u. a. die niedrigen Zinsen (auch für Immobiliendarlehen) die Preise noch weiter getrieben. War früher mal das 15-20fache der JNM ein "normaler" Kaufpreis wird heute das 30 oder 40fache verlangt und auch bezahlt. Das extrem niedrige Zinsniveau verzerrt eben auch diesen Markt. Nicht einfach, sich da eine Meinung zu bilden.

    Insbesondere, wenn man nicht mehr jung ist und quasi jeden Crash noch locker aussitzen kann ...

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    #6
    Zinserhöungen haben primär einfluss auf die schulden
    beim aktienmarkt wird die ezb wohl kaum eingreifen

    aber solche zusammenhänge soltest du dir In den nächsten monaten langsam erlesen - nicht er"arbeiten"

    und natürlich brauchst du nicht in erster linie die wirtschaft zu verstehen - sondern die anderen investoren
    wenn du mit der masse läufst kannst du eher durchschnitliches erwarten

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    #7
    Wer weiß, was die EZB noch macht (machen muß) ? Nur mal so: Früher hat die Bundesbank im Abschwung (und Wirtschaftszyklen gab es immer) die Zinsen um 100 oder 200 Punkte runtergesetzt - wohin soll man die senken, wenn man bei Null Prozent bzw. - 0,4% angekommen ist ?! Und der jetzige Aufschwung dauert schon ziemlich lange. Vielleicht werden dann von der EZB doch auch noch Aktien gekauft ?

    Zum "mit der Masse laufen": Beruht darauf nicht gerade die Idee der ETFs ? Also sich (passiv) mit einem Index oder mehreren Indices und damit der üblichen Marktrendite zufrieden zu geben (nach Deinen Worten also nur "durchschnittliches" zu erwarten). Nachdem, was ich gelesen habe, schaffen es selbst Profis (auch Fondsmanager) nur sehr selten, langfristig den Markt zu schlagen. Das dürfte also für mich als Laien noch unwahrscheinlicher sein, oder ? Noch dazu, wenn man Timing betreiben will.

    Eventuell mein Vorteil: Ich kann (muß aber nicht) investiert sein. Fondsmanager (oder institutionelle Anleger) können nicht auf der Tribüne sitzen und zuschauen sondern müssen in aller Regel investiert sein.

    PS: Bin etwas überfordert. Früher hätte ich einfach Bundeswertpapiere, Kommunalobligationen und Pfandbriefe gekauft ...
    Zuletzt geändert von sovereign; 17.08.2018, 21:58.

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    #8
    Auszuschliessen sind ungewöhnliche masnahmen im nächsten abschwung nicht ganz - in italien oder anderen "solchen ländern"


    mit etfs kaufst du ein breitgestreutes portfolio - wenn du das zum richtigen zeitpunkt wieder in cash tauschst dann wirst du natürlich über dem durchschnitt der anderen anlieger bleiben
    wenn aber zu viele zum gleichen zeitpunkt......

    ne mündelsichere profitgarantie und das noch überm durchschnitt gibts eben nich


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    #9
    Ich sach mal so - innerhalb von 3 jahren solte es ne aktien-baise geben

    dann alles in nen guten etf

    auf den aufschwung warten und (nich zu gierig) wieder ganz raus

    und dann neu suchen - oder mit anfang 70 die kohle einfach langsam verbrauchen

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    #10
    Vielleicht hilft dies jüngeren Lesern.
    https://www.wiwo.de/finanzen/vorsorg.../22885882.html

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    #11
    Zitat von bischof Hier:17.08.2018, 22:10 Beitrag anzeigen
    Ich sach mal so - innerhalb von 3 jahren solte es ne aktien-baise geben

    dann alles in nen guten etf

    auf den aufschwung warten und (nich zu gierig) wieder ganz raus

    und dann neu suchen - oder mit anfang 70 die kohle einfach langsam verbrauchen
    Das habe ich 2008, so mit Aktien gemacht. Den Aufschwung bis 2014 abgewartet, dann in Anleihen - sicherer als Aktien dachte ich - mit mäßigem Erfolg umgeschichtet.
    Jetzt in Aktien rein zu gehen, halte ich für zu risikoreich. Aber jahrelang abzuwarten, auf die günstige Chance, halte ich für wenig ertragreich.
    Zwickmühle.

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    #12
    Zitat von Axel Hier:18.08.2018, 06:17 Beitrag anzeigen

    Das habe ich 2008, so mit Aktien gemacht. Den Aufschwung bis 2014 abgewartet, dann in Anleihen - sicherer als Aktien dachte ich - mit mäßigem Erfolg umgeschichtet.
    Jetzt in Aktien rein zu gehen, halte ich für zu risikoreich. Aber jahrelang abzuwarten, auf die günstige Chance, halte ich für wenig ertragreich.
    Zwickmühle.
    Tja, das mit der "Zwickmühle" sehe ich so ähnlich: Auf der "Tribüne sitzend" schlägt die finanzielle Repression zu, will man am "Spiel teilnehmen" steigt man zu Höchstkursen ein …
    Ähnlich innerhalb der Anlageklasse Anleihen mit der "Zinsfalle": Selbst bei langen Laufzeiten sind die Zinsen extrem mau - sollten die Zinsen aber wirklich steigen, dann rauschen die Kurse von Langläufern ab.

    Als Berufseinsteiger war mein mit Abstand größtes Asset meine Arbeitskraft. Mit 60 + ist aber nun mein Finanzkapital (sowie die drei Immobilien und die kleine gesetzliche Rente) so gut wie mein einziges Kapital. Nach nahezu 40 sehr arbeitsreichen Jahren kann ich mich nicht mehr in den Arbeitsmarkt stürzen. Mein Humankapital dürfte inzwischen gen Null tendieren.

    Deshalb muß ich auf mein Vermögen leider aufpassen - und mache mir eben so meine Gedanken.

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    #13
    Ich habe einiges zu dem Thema gelesen und dabei den Stein der Weisen auch nicht gefunden.

    Es gibt einige Bücher dazu, vielleicht lohnt auch ein Blick ins Wertpapierforum.

    Allgemein wird geraten, breit zu streuen und nicht zu riskant anzulegen, da wie Du richtig siehst Krisen evtl. zeitlich nicht mehr ausgesessen werden können wie in jungen Jahren. Du hast so wie es aussieht finanziell ausgesorgt, also musst Du dir nicht allzu große Gedanken machen - außer wenn der ganz große Crash kommt, was wir nicht hoffen.

    Ein Aspekt ist vielleicht noch wichtig: was passiert, wenn Du dich selbst nicht mehr um komplizierte Investments kümmern kannst z.B. wegen Krankheit? Pflegeleichte Anlagen und evtl. eine Vollmacht falls da Jemand absolut Vertrauenswürdiges ist wäre dann nicht verkehrt.

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    #14
    Zitat von sovereign Hier:18.08.2018, 08:53 Beitrag anzeigen

    Tja, das mit der "Zwickmühle" sehe ich so ähnlich: Auf der "Tribüne sitzend" schlägt die finanzielle Repression zu, will man am "Spiel teilnehmen" steigt man zu Höchstkursen ein …
    Ähnlich innerhalb der Anlageklasse Anleihen mit der "Zinsfalle": Selbst bei langen Laufzeiten sind die Zinsen extrem mau - sollten die Zinsen aber wirklich steigen, dann rauschen die Kurse von Langläufern ab.

    Als Berufseinsteiger war mein mit Abstand größtes Asset meine Arbeitskraft. Mit 60 + ist aber nun mein Finanzkapital (sowie die drei Immobilien und die kleine gesetzliche Rente) so gut wie mein einziges Kapital. Nach nahezu 40 sehr arbeitsreichen Jahren kann ich mich nicht mehr in den Arbeitsmarkt stürzen. Mein Humankapital dürfte inzwischen gen Null tendieren.

    Deshalb muß ich auf mein Vermögen leider aufpassen - und mache mir eben so meine Gedanken.
    Das sehe ich genauso und weiss im Moment auch keinen Rat.
    Und was Diddi sagt "pflegeleichte Anlagen" das müssten eigentlich Anleihen sein, aber nichts ohne Ausnahme. "Vollmacht einer vertrauenswürdigen Person geben" ist gut, wenn er von den Anlagen eine Ahnung hat, was bei mir, weit und breit nicht in Sicht ist.

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    #15
    Pflegeleicht ist wohl alles, was keine oder minimalst Rendite bringt, dafür weitgehend sicher ist. Einfache Bankeinlagen wie Festgeld unter 100 t pro Bank z.B.

    Eigene Immobilien sind für mich das genaue Gegenteil - zumindest ohne professionelle Verwaltung, mit Management in Eigenregie.

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