Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Make Whole- Klausel

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Make Whole- Klausel

    ein punkt der Diskussion auf dem Treffen in Dü war die immer häufiger anzutreffenden obige Klauseln in den anleihebedingungen

    was diese beinhalten

    http://www.investopedia.com/terms/m/make-wholecall.asp
    oder auch so definiert:

    Diese vorwiegend in den USA und dort im Markt für High-Yield-Anleihen etablierte Klausel findet mehr und mehr Einzug in Anleihebedingungen deutscher Emittenten, insbesondere im Non-Investment-Grade-Bereich. Hierbei soll der Gläubiger vor einer vorzeitigen Rückzahlung der Anleihe durch Zahlung einer angemessenen Entschädigung geschützt werden. Dabei zahlt der Emittent zum Zeitpunkt der Kündigung den Barwert der zukünftigen (aber entfallenden) Zahlungen gemäß einer im Vorfeld definierten Formel. Zielsetzung ist es, bei erhöhter Flexibilität für den Emittenten, den Investor bei einer vorzeitigen Kündigung nicht schlechter zu stellen als bei normaler Laufzeit bis zur Endfälligkeit.

    Zunächst sieht das wie ein Schutz aus für die Anleihegläubiger. Nun sind aber verschiedene Dinge zu beachten

    1.Referenzanleihen sind regelmäßig Staatsanleihen. Dadurch, dass sie nun regelmäßig im minus stehen, gibt es keinen oder sehr viel geringere ausgleichzahlung
    2. Da dies wohl in den kursen eingepreist ist, steigt der kurs nicht mehr äquvalent zum Zins. Wir Investoren glauben, dass die anleihe höhere zinsen abwirft als vergleichbare Bonds ohne die klausel.
    3. Auch bei Anleihen mit hohen zinsen sind mit der klausel keine großen kurssteigerungen mehr zu erwarten
    wie denkt Ihr?

    #2
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Marius Hier:19.06.2016, 00:32 Beitrag anzeigen
    ein punkt der Diskussion auf dem Treffen in Dü war die immer häufiger anzutreffenden obige Klauseln in den anleihebedingungen

    was diese beinhalten

    http://www.investopedia.com/terms/m/make-wholecall.asp
    oder auch so definiert:

    Diese vorwiegend in den USA und dort im Markt für High-Yield-Anleihen etablierte Klausel findet mehr und mehr Einzug in Anleihebedingungen deutscher Emittenten, insbesondere im Non-Investment-Grade-Bereich. Hierbei soll der Gläubiger vor einer vorzeitigen Rückzahlung der Anleihe durch Zahlung einer angemessenen Entschädigung geschützt werden. Dabei zahlt der Emittent zum Zeitpunkt der Kündigung den Barwert der zukünftigen (aber entfallenden) Zahlungen gemäß einer im Vorfeld definierten Formel. Zielsetzung ist es, bei erhöhter Flexibilität für den Emittenten, den Investor bei einer vorzeitigen Kündigung nicht schlechter zu stellen als bei normaler Laufzeit bis zur Endfälligkeit.

    Zunächst sieht das wie ein Schutz aus für die Anleihegläubiger. Nun sind aber verschiedene Dinge zu beachten

    1.Referenzanleihen sind regelmäßig Staatsanleihen. Dadurch, dass sie nun regelmäßig im minus stehen, gibt es keinen oder sehr viel geringere ausgleichzahlung
    2. Da dies wohl in den kursen eingepreist ist, steigt der kurs nicht mehr äquvalent zum Zins. Wir Investoren glauben, dass die anleihe höhere zinsen abwirft als vergleichbare Bonds ohne die klausel.
    3. Auch bei Anleihen mit hohen zinsen sind mit der klausel keine großen kurssteigerungen mehr zu erwarten
    wie denkt Ihr?
    Da die "Referenzanleihen regelmäßig Staatsanleihen" sind, verlieren in einem Niedrig- oder Minus-Zinsumfeld die Make-whole-Klauseln jeglichen Wert für uns Anleger. Persönlich habe ich auf "Make-whole" aber auch früher keinen großen Wert gelegt - zumal ich erst seit ein paar Jahren mit den Besonderheiten dieser Art von vorzeitiger Kündigung vertraut bin.

    Kommentar


    #3
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Marius Hier:19.06.2016, 00:32 Beitrag anzeigen
    ein punkt der Diskussion auf dem Treffen in Dü war die immer häufiger anzutreffenden obige Klauseln in den anleihebedingungen

    was diese beinhalten

    http://www.investopedia.com/terms/m/make-wholecall.asp
    oder auch so definiert:

    Diese vorwiegend in den USA und dort im Markt für High-Yield-Anleihen etablierte Klausel findet mehr und mehr Einzug in Anleihebedingungen deutscher Emittenten, insbesondere im Non-Investment-Grade-Bereich. Hierbei soll der Gläubiger vor einer vorzeitigen Rückzahlung der Anleihe durch Zahlung einer angemessenen Entschädigung geschützt werden. Dabei zahlt der Emittent zum Zeitpunkt der Kündigung den Barwert der zukünftigen (aber entfallenden) Zahlungen gemäß einer im Vorfeld definierten Formel. Zielsetzung ist es, bei erhöhter Flexibilität für den Emittenten, den Investor bei einer vorzeitigen Kündigung nicht schlechter zu stellen als bei normaler Laufzeit bis zur Endfälligkeit.

    Zunächst sieht das wie ein Schutz aus für die Anleihegläubiger. Nun sind aber verschiedene Dinge zu beachten

    1.Referenzanleihen sind regelmäßig Staatsanleihen. Dadurch, dass sie nun regelmäßig im minus stehen, gibt es keinen oder sehr viel geringere ausgleichzahlung
    2. Da dies wohl in den kursen eingepreist ist, steigt der kurs nicht mehr äquvalent zum Zins. Wir Investoren glauben, dass die anleihe höhere zinsen abwirft als vergleichbare Bonds ohne die klausel.
    3. Auch bei Anleihen mit hohen zinsen sind mit der klausel keine großen kurssteigerungen mehr zu erwarten
    wie denkt Ihr?

    Was du schreibst ergibt, um ehrlich zu sein, recht wenig Sinn.

    In der Tat sind die Referenzanleihen oft Staatsanleihen, bei den USD-Anleihen also US-Staatsanleihen.
    Ich beziehe mich beispielhaft auf die Odebrecht 42 A1G6RW, die "make whole option" für den Emittenten liegt hier bei 0,50%.
    Der Bond ist also zu einer Rendite einer US-Staatsanleihe mit Laufzeit 2042 + 0,50% vorzeitig callbar.
    US-Staatsanleihen mit dieser Laufzeit rentieren aktuell mit etwa 2.4%, der Bond ist also mit einer Rendite von 2.9% callbar.
    Dies entspricht einem Kurs von 176(!!) für die Anleihe.

    Generell gibt die "make whole option" dem Emittenten die Möglichkeit, die Anleihe vorzeitig zurückzuzahlen, ohne sie, könnte er eben genau dies nicht tun. Für den Anleiheinhaber soll sie keinen Mehrwert verheissen. Schaden kann sie ihm allerdings auch erst, wenn die Anleihe ohne Kündigung noch höher stehen würde, d.h. noch geringer rentieren würde als im obigen Beispiel Treasury + 50.
    Gerade im High-Yield Bereich ist es eine vollkommen theoretische Option, welches Unternehmen kann schon zu
    Treasury + 50 Anleihen begeben? Nahezu überhaupt keines, selbst Microsoft Bonds (AAA) rentieren höher.

    Den Punkt 1 kann ich kaum so umformen, dass er Sinn ergibt. Jedenfalls ist das absolute Zinsniveau irrelevant,
    würde die Rendite von 42er US-Staatsanleihen bei -1% liegen, würde oben genannter Bond eben zu einer Rendite von
    -0,5% callbar sein, also bei Kursen von über 300, es gibt dort keinen Cap.

    Zu Punkt 2 ist zu sagen, dass nichts dergleichen eingepreist ist, oder eingepreist sein sollte, und die genannten Investoren,
    die so etwas glauben, die "make whole option" einfach nicht verstanden haben.

    Die in Punkt 3 genannten Anleihen mit hohen Zinsen können steigen oder fallen, mit der "make whole option" hat es nichts zu tun.

    Ich denke, dies ist so zu verstehen?
    Allerdings machst du auch nicht viel falsch, wenn du die "make whole option" in Zukunft einfach ignorierst.

    Kommentar


    #4
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Herr K Hier:19.06.2016, 02:44 Beitrag anzeigen
    ...Generell gibt die "make whole option" dem Emittenten die Möglichkeit, die Anleihe vorzeitig zurückzuzahlen, ohne sie, könnte er eben genau dies nicht tun. Für den Anleiheinhaber soll sie keinen Mehrwert verheissen....

    ....Ich denke, dies ist so zu verstehen?
    Allerdings machst du auch nicht viel falsch, wenn du die "make whole option" in Zukunft einfach ignorierst.
    Ich verstehe und ignoriere schon seit "Jahrenden".

    Kommentar


    #5
    AW: Make Whole- Klausel

    Herr K hat das sehr schön erklärt, brauche ich also weiterhin einfach nicht zu beachten.

    Kommentar


    #6
    AW: Make Whole- Klausel

    der Unterschied ist, dass in euro gerechnet wir im minus sind. der dann zu zahlende ersatz ist bei einem Festzins von 6-8% nicht im entferntestens ein ersatz, sondern mehr eine Täuschung

    Kommentar


    #7
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Marius Hier:19.06.2016, 11:05 Beitrag anzeigen
    der Unterschied ist, dass in euro gerechnet wir im minus sind. der dann zu zahlende ersatz ist bei einem Festzins von 6-8% nicht im entferntestens ein ersatz, sondern mehr eine Täuschung
    Nein, das ist falsch.
    Aber nenne mir gerne einen in EUR denominierten Bond, auf den deiner Meinung nach diese Aussage zutrifft, dann können
    wir es gerne beispielhaft ausrechnen.

    Kommentar


    #8
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Marius Hier:19.06.2016, 11:05 Beitrag anzeigen
    der Unterschied ist, dass in euro gerechnet wir im minus sind. der dann zu zahlende ersatz ist bei einem Festzins von 6-8% nicht im entferntestens ein ersatz, sondern mehr eine Täuschung
    Irgendwo hast Du einen Denkfehler. Weil die Renditen der Staatsanleihen so gesunken sind bzw. die Renditedifferenz zu Unternehmensanleihen größer geworden ist, ist die Schutzwirkung der Make-Whole-Klausel gegen unerwünschte vorzeitige Kündigungen sogar stärker als früher.

    Bei einer angenommenen Rendite der Referenzanleihe von 0 bedeutet das ja, dass alle zukünftigen Zahlungen der gekündigten Anleihe mit einem Diskontfaktor von 0% + x abdiskontiert werden müssen. Je tiefer die Rendite der Referenzanleihe, desto geringer der Diskontfaktor. Was Du mit "in Euro gerechnet" meinst, verstehe ich nicht. Ob Du die erhaltene Zahlung anschliessend in USD belässt oder in EUR anlegst, hat doch mit der Make-Whole-Klausel nichts zu tun.

    Kommentar


    #9
    AW: Make Whole- Klausel

    Alles richtig. Im Moment und beim derzeitigen Zinsniveau ist der Schutz einer Make-Whole Klausel deutlich höher als in Zeiten höherer Renditen der Staatsanleihen.

    Aber:
    Stellt euch mal einen jetzt begebenen 10jährigen 2%-Corporate vor (mit akzeptabler Bonität). Mit +0,5% Make-Whole. Der hat dann mit 100 begeben eine Emissionsrendite von ... 2% (das war jetzt nicht so schwer). Sowas findet im jetzigen Umfeld reissenden Absatz und wenn uns die EZB noch ein paar Jahre mit diesem Zinsniveau weichkocht, dann wird sowas irgendwann auch hier diskutiert und gekauft.

    Und dann, so in ca. 5 Jahren (man kann es sich jetzt gar nicht vorstellen), dreht das Zinsniveau und der 10-jährige Bund rentiert mit 3%! Der Make-Whole Call erfolgt also zu einer Rückzahlungsrendite von 3,5%. Und damit zu einem Kurs von ca. 93!

    Das funktioniert immer extremer, je niedriger die Emissionsrendite des Make-Whole rückzahlbaren Corporates ist und je höher die zugrundeliegende Referenzanleihe darüber rentiert.

    Z.B.: Emissionsredite der Make-Whole Anleihe 1%. Rendite des Referenzsovereigns 4%. -> Rückzahlungskurs des gecallten Corporates nach 5 Jahren ca. 84,5.

    Daß eine Staatsanleihe höher rentiert als ein Corporate ist eigentlich (nee, war bisher) prinzipiell ausgeschlossen (risikoloser Zins des Sovereigns, auf den es je nach Bonität einen Aufschlag gibt). Das obige Szenario ist jetzt aber nicht so unwahrscheinlich, als daß man es nicht auf dem Schirm haben sollte.

    Wenn man bei Baader übrigens feststellt, daß diese Klausel in den letzten Jahren verstärkt in den Prospekten zu finden ist, dann kann man durchaus vermuten, daß der Wahnsinn Methode hat und die Emittenten sich damit konkret die Chance einbauen, von einem zukünftig steigenden Zinsniveau auf diese Weise zu profitieren. Sind halt Profis, diese Tiere (courtesy Al Bondy, anno tuc).

    Kommentar


    #10
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Gearloose Hier:20.06.2016, 08:27 Beitrag anzeigen
    Alles richtig. Im Moment und beim derzeitigen Zinsniveau ist der Schutz einer Make-Whole Klausel deutlich höher als in Zeiten höherer Renditen der Staatsanleihen.

    Aber:
    Stellt euch mal einen jetzt begebenen 10jährigen 2%-Corporate vor (mit akzeptabler Bonität). Mit +0,5% Make-Whole. Der hat dann mit 100 begeben eine Emissionsrendite von ... 2% (das war jetzt nicht so schwer). Sowas findet im jetzigen Umfeld reissenden Absatz und wenn uns die EZB noch ein paar Jahre mit diesem Zinsniveau weichkocht, dann wird sowas irgendwann auch hier diskutiert und gekauft.

    Und dann, so in ca. 5 Jahren (man kann es sich jetzt gar nicht vorstellen), dreht das Zinsniveau und der 10-jährige Bund rentiert mit 3%! Der Make-Whole Call erfolgt also zu einer Rückzahlungsrendite von 3,5%. Und damit zu einem Kurs von ca. 93!

    Das funktioniert immer extremer, je niedriger die Emissionsrendite des Make-Whole rückzahlbaren Corporates ist und je höher die zugrundeliegende Referenzanleihe darüber rentiert.

    Z.B.: Emissionsredite der Make-Whole Anleihe 1%. Rendite des Referenzsovereigns 4%. -> Rückzahlungskurs des gecallten Corporates nach 5 Jahren ca. 84,5.

    Daß eine Staatsanleihe höher rentiert als ein Corporate ist eigentlich (nee, war bisher) prinzipiell ausgeschlossen (risikoloser Zins des Sovereigns, auf den es je nach Bonität einen Aufschlag gibt). Das obige Szenario ist jetzt aber nicht so unwahrscheinlich, als daß man es nicht auf dem Schirm haben sollte.

    Wenn man bei Baader übrigens feststellt, daß diese Klausel in den letzten Jahren verstärkt in den Prospekten zu finden ist, dann kann man durchaus vermuten, daß der Wahnsinn Methode hat und die Emittenten sich damit konkret die Chance einbauen, von einem zukünftig steigenden Zinsniveau auf diese Weise zu profitieren. Sind halt Profis, diese Tiere (courtesy Al Bondy, anno tuc).
    Nein, diese Betrachtungen führen alle nicht zum Ziel.
    Dass einzige "Risiko", dass die "make whole option @0,50%" für dich als Anleiheinhaber hat, liegt darin, dass die Bonität des Unternehmens besser wird als Bund + 0,50% (wenn der Bund die Referenz ist). Für nahezu alle hier diskutierten Anleihen ist dies absurd.
    Bei der von dir genannten 2%er Anleihe liegt der Emissionsspread also bei 200 bp (Bund aktuell 0). Dieser müsste sich auf unter 50 bp einengen, damit ein Call für dich negativ sein könnte. Die von dir genannten Kursniveaus, 93 und 84,5, sind, wenn diese Spreadeinengung nicht eintritt, immernoch gute Kündigungsnveaus in dem dann vorhandenen Zinsumfeld.
    Man müsste also erwarten, dass sich die Bonität des Bundes enorm verschlechtert, und die der hier besprochenen Unternehmen gleichbleibt oder sogar verbessert. Ich halt dies für so unwahrscheinlich, dass es einer weiteren Betrachtung nicht bedarf.

    Kommentar


    #11
    AW: Make Whole- Klausel

    Gerloose: auch ohne make whole-Klausel würde doch der Kurs des Bonds massiv einbrechen, wenn es zu einem derartigen drastischen allgemeinen Zinsanstieg kommt, und der Bond wird sich immer noch höher rentieren als die Staatsanleihe - also sinkender Kurs, mit oder ohne diese Klausel?

    Irgendwie kann ich kein Problem darin erkennen: mit Klausel kann einem "passieren", dass man die zukünftigen Zinserträge jetzt schon auf einen Schlag erhält, und bei dem derzeitigen Zinsniveau wird der Barwert kaum niedriger ausfallen als die simple Addition der entfallenen Coupons.

    Gäbe es z.B. eine make whole@4% - dann würde es anders aussehen für meine Betrachtungsweise, dann stellte diese Klausel ein echtes Risiko dar.

    Kommentar


    #12
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Diddi Hier:20.06.2016, 09:13 Beitrag anzeigen
    Gerloose: auch ohne make whole-Klausel würde doch der Kurs des Bonds massiv einbrechen, wenn es zu einem derartigen drastischen allgemeinen Zinsanstieg kommt, und der Bond wird sich immer noch höher rentieren als die Staatsanleihe - also sinkender Kurs, mit oder ohne diese Klausel?
    Selbstverständlich notiert ein mit 2% emittierter Corporate bei einer Sovereign-Rendite von 3% unter Pari. Aber gegen Laufzeitende pullt der Kurs stark gegen Par, da zu 100 zurückgezahlt wird (womit sich für Buy and Holder die Emssionsrendite ergibt).

    Eine vorzeitige Make-Whole Kündigung führt bei einem "normalen" Spread zw. Corporate und Bund immer zu einem Rückzahlungskurs >100 und bildet die entgangenen Zinszahlungen ab.

    Da das jetzige Zinsniveau aber nicht wirklich normal ist, können sich jetzt durchaus pathologische Situationen ergeben (s.u.) und der Rückzahlungskurs kann unter 100 gedrückt werden (was dem mit 2% emittierten Corporate im Beispiel eine Rendite über die Gesamtlaufzeit von 0,96% bescheren würde).

    Kommentar


    #13
    AW: Make Whole- Klausel

    Falls sich die Bonität des Emittenten stark verbessert und/oder die Rendite der Referenzanleihe und die x Basispunkte sehr hoch liegen sollten, gibt es z. B. bei der Ecopetrol US279158AE95 für den Halter noch den Schutz, dass die Make-Whole-Regelung nur Anwendung findet, sofern die sich aus ihr ergebende Rückzahlung den Nennwert übersteigt. Da der jeweils höhere Wert ("equal to the greater of") ausgezahlt wird, bekommt man hier bei einer Optional Redemption somit immer mindestens 100 %. Wenn man unter pari gekauft hat, ist man also auf der sicheren Seite...

    Siehe S-26 im Prospecto: Optional Redemption with “Make-Whole” Amount

    "We will have the right to redeem any of the 2018 notes, the 2023 notes or the 2043 notes, as the case may be, in whole or in part, at any time or from time to time prior to their maturity, at our option, on at least 30 days’ but not more than 60 days’ notice, at a redemption price equal to the greater of (1) 100% of the principal amount of the 2018 notes, the 2023 notes or the 2043 notes, as the case may be, to be redeemed and (2) the sum of the present values of each remaining scheduled payment of principal and interest thereon (exclusive of interest accrued to the date of redemption) discounted to the redemption date on a semiannual basis (assuming a 360-day year consisting of twelve 30-day months) at the Treasury Rate plus 40 basis points with respect to the 2018 notes, 45 basis points with respect to the 2023 notes or 50 basis points with respect to the 2043 notes, plus in each case accrued interest on the principal amount of the 2018 notes, the 2023 notes or the 2043 notes, as the case may be, to be redeemed and any Additional Amounts to but excluding the date of redemption."

    Kommentar


    #14
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Herr K Hier:20.06.2016, 09:01 Beitrag anzeigen
    Nein, diese Betrachtungen führen alle nicht zum Ziel.
    Dass einzige "Risiko", dass die "make whole option @0,50%" für dich als Anleiheinhaber hat, liegt darin, dass die Bonität des Unternehmens besser wird als Bund + 0,50% (wenn der Bund die Referenz ist).
    Die Bonität hat aber nun nix mit dem allgemeinen Zinsniveau zu tun.
    Im Moment zahlt Bund 0% und der Corporate im Fall 2%, was der jetzigen Bonitätseinschätzung entspricht. Die gleiche Bonitätseinschätzung würde bei Bund = 3% zu Corporate = 5% führen. Der heute mit 2% emittierte Corporate notierte mit 5 Jahren Restlaufzeit dann bei 77, Müßte aber nach weiteren 5 Jahren zu 100 zurückgezahlt werden, wenn ihn die 0,5% Make-Whole ihn nicht sofort zu 94 terminieren könnte.

    Zitat von Herr K Hier:20.06.2016, 09:01 Beitrag anzeigen
    Bei der von dir genannten 2%er Anleihe liegt der Emissionsspread also bei 200 bp (Bund aktuell 0). Dieser müsste sich auf unter 50 bp einengen, damit ein Call für dich negativ sein könnte.
    Diese Einengung findet in meinem Szenario durch die Zinsanhebung auf (unspektakulär unverdächtige) 3% statt.

    Zitat von Herr K Hier:20.06.2016, 09:01 Beitrag anzeigen
    Die von dir genannten Kursniveaus, 93 und 84,5, sind, wenn diese Spreadeinengung nicht eintritt, immernoch gute Kündigungsnveaus in dem dann vorhandenen Zinsumfeld.
    Öhhh, da wär ich dann aber schon knatschig, wenn mir mein 2%-Renditebringer auf einmal nur 1% brächte, oder ich aber durch einen ungünstigen Kaufkurs sogar negativ nach Hause ginge.

    Zitat von Herr K Hier:20.06.2016, 09:01 Beitrag anzeigen
    Man müsste also erwarten, dass sich die Bonität des Bundes enorm verschlechtert, und die der hier besprochenen Unternehmen gleichbleibt oder sogar verbessert. Ich halt dies für so unwahrscheinlich, dass es einer weiteren Betrachtung nicht bedarf.
    S.o.: Zinsumfeld steigert Bundrendite, Corporate hängt an der Emissionsrendite fest. Et voilà.

    Zitat von Herr K Hier:20.06.2016, 09:01 Beitrag anzeigen
    Für nahezu alle hier diskutierten Anleihen ist dies absurd.
    Ein schöner Satz, dem man aus heutiger Perspektive nur zustimmen kann.
    Ich wäre auch sehr dafür, hier in ein paar Jahren nicht 2%er diskutieren zu müssen und diese Renditeinversion auf einmal gar nicht mehr absurd zu finden.

    Kommentar


    #15
    AW: Make Whole- Klausel

    Zitat von Milchmädchen777 Hier:20.06.2016, 10:13 Beitrag anzeigen
    Falls sich die Bonität des Emittenten stark verbessert und/oder die Rendite der Referenzanleihe und die x Basispunkte sehr hoch liegen sollten, gibt es z. B. bei der Ecopetrol US279158AE95 für den Halter noch den Schutz, dass die Make-Whole-Regelung nur Anwendung findet, sofern die sich aus ihr ergebende Rückzahlung den Nennwert übersteigt. Da der jeweils höhere Wert ("equal to the greater of") ausgezahlt wird, bekommt man hier bei einer Optional Redemption somit immer mindestens 100 %. Wenn man unter pari gekauft hat, ist man also auf der sicheren Seite...

    Siehe S-26 im Prospecto: Optional Redemption with “Make-Whole” Amount

    "We will have the right to redeem any of the 2018 notes, the 2023 notes or the 2043 notes, as the case may be, in whole or in part, at any time or from time to time prior to their maturity, at our option, on at least 30 days’ but not more than 60 days’ notice, at a redemption price equal to the greater of (1) 100% of the principal amount of the 2018 notes, the 2023 notes or the 2043 notes, as the case may be, to be redeemed and (2) the sum of the present values of each remaining scheduled payment of principal and interest thereon (exclusive of interest accrued to the date of redemption) discounted to the redemption date on a semiannual basis (assuming a 360-day year consisting of twelve 30-day months) at the Treasury Rate plus 40 basis points with respect to the 2018 notes, 45 basis points with respect to the 2023 notes or 50 basis points with respect to the 2043 notes, plus in each case accrued interest on the principal amount of the 2018 notes, the 2023 notes or the 2043 notes, as the case may be, to be redeemed and any Additional Amounts to but excluding the date of redemption."
    Sehr schönes Beispiel, dem ich entnehme, daß die diskutierte Gefahr gesehen und adressiert wird.
    Auf solche Klauseln gilt es dann wohl zu achten, wenn Make-Whole im Spiel ist.

    Kommentar

Lädt...
X