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Rohstoffe: Agrar + Softs

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    Rohstoffe: Agrar + Softs

    Ich fand keinen passenden Thread, deshalb erlaube ich mir selbst einen Neuen zu eröffnen.
    Da anderenortes gerade Kakao hier im Forum diskutiert wird, dachte ich ein Rohstoffthread für Agrar und Softs wäre ein guter Ort um solche Diskussionen zu bündeln.

    Ich selbst handle bei Rohstoffen fast ausschließlich Agrarrohstoffe an der CBOT. Neben anderen Informationsquellen beobachte ich hier seit Jahren regelmäßig den Commitment of Trader Report. Dieser erscheint immer Freitag abend und gibt unter anderem die Handelsaktivitäten der großen Marktteilnehmer (Commercials=Producer (short), Merchants (long)/Spekulanten= Managed Money-Gruppe (long/short) wider. Er berücksichtigt immer einen Wochenzeitraum (Dienstag-Dienstag der Vorwoche, jetzt gerade also die Woche bis 14.2.).
    Bei dem liquidesten Weizenkontrakt Chicago-Weichweizen haben die großen, spekulativ orientierten Anleger (=Managed Money-Gruppe) in der letzten Woche eine, in meinen Augen ganz auffällige Aktivität entwickelt. Sie halbierten in einer "Kaufpanik" ihre Nettopositionen. In der Vorwoche hielten sie netto 82547 Kontrakte short. Bis zum 14.2. verringerten sie diese auf 40047 Shortkontrakte. Das entspricht der viertgrößten, wöchentlichen Positionsveränderung in Richtung long seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2006. Die Gegenposition wird von den Commercials getragen.
    Was bedeutet das nun? Spekulativ ausgerichtete Anleger im Agrarsektor sind netto Trendfolger, Commercials agieren antizyklisch. Die Managed Money Gruppe ist seit ca. 5 Jahren, während dem übergeordneten primären Abwärtstrend bei Weizen meist netto short und hatte zuletzt eine wirklich massive Shortposition aufgebaut (siehe Abbildung, die rote Kurve entspricht der Managed Money-Gruppe). Diese wurde seit dem letzten Herbst sukzessive reduziert. Insofern hat die jüngste Bewegung prinzipiell eher den Charakter der Risikominimierung. Ist jetzt eine Hausse bei Weizen zu erwarten? Eher nicht! Es gibt zwar ähnliche Positionsveränderungen am Anfang oder während fundamental begründeter Kursbewegungen. Fundamental gibt es aber gegenwärtig in der Phase der Vegetationsruhe auf der Nordhalbkugel keinen Grund dafür. Vielmehr finden sich derartige Aktivitäten der "Spekulanten" öfters am Ende einer Aufwärtsbewegung. Dazu passt nicht nur die globale Versorgungslage bei Weizen, seinem Substitut Mais aber auch den Ölsaaten. Sondern auch die zuletzt gesehenen Kursverläufe Ende der Woche.
    Man sollte m. E. den Agrarsektor jetzt im Auge behalten. Es ist wohl nicht mit einer monatelangen Baissebewegung zu rechnen, aber eine Korrektur der Kursanstiege der letzten Wochen ist m. E. durchaus wahrscheinlich.

    PS.: Grafische Darstellungen der COT-Positionen findet man hier

    COT-Weizen-14.2..jpg

    #2
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Zitat von AnBa Hier:18.02.2017, 13:51 Beitrag anzeigen
    Ich fand keinen passenden Thread, deshalb erlaube ich mir selbst einen Neuen zu eröffnen.
    Da anderenortes gerade Kakao hier im Forum diskutiert wird, dachte ich ein Rohstoffthread für Agrar und Softs wäre ein guter Ort um solche Diskussionen zu bündeln.

    Ich selbst handle bei Rohstoffen fast ausschließlich Agrarrohstoffe an der CBOT. Neben anderen Informationsquellen beobachte ich hier seit Jahren regelmäßig den Commitment of Trader Report. Dieser erscheint immer Freitag abend und gibt unter anderem die Handelsaktivitäten der großen Marktteilnehmer (Commercials=Producer (short), Merchants (long)/Spekulanten= Managed Money-Gruppe (long/short) wider. Er berücksichtigt immer einen Wochenzeitraum (Dienstag-Dienstag der Vorwoche, jetzt gerade also die Woche bis 14.2.).
    Bei dem liquidesten Weizenkontrakt Chicago-Weichweizen haben die großen, spekulativ orientierten Anleger (=Managed Money-Gruppe) in der letzten Woche eine, in meinen Augen ganz auffällige Aktivität entwickelt. Sie halbierten in einer "Kaufpanik" ihre Nettopositionen. In der Vorwoche hielten sie netto 82547 Kontrakte short. Bis zum 14.2. verringerten sie diese auf 40047 Shortkontrakte. Das entspricht der viertgrößten, wöchentlichen Positionsveränderung in Richtung long seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2006. Die Gegenposition wird von den Commercials getragen.
    Was bedeutet das nun? Spekulativ ausgerichtete Anleger im Agrarsektor sind netto Trendfolger, Commercials agieren antizyklisch. Die Managed Money Gruppe ist seit ca. 5 Jahren, während dem übergeordneten primären Abwärtstrend bei Weizen meist netto short und hatte zuletzt eine wirklich massive Shortposition aufgebaut (siehe Abbildung, die rote Kurve entspricht der Managed Money-Gruppe). Diese wurde seit dem letzten Herbst sukzessive reduziert. Insofern hat die jüngste Bewegung prinzipiell eher den Charakter der Risikominimierung. Ist jetzt eine Hausse bei Weizen zu erwarten? Eher nicht! Es gibt zwar ähnliche Positionsveränderungen am Anfang oder während fundamental begründeter Kursbewegungen. Fundamental gibt es aber gegenwärtig in der Phase der Vegetationsruhe auf der Nordhalbkugel keinen Grund dafür. Vielmehr finden sich derartige Aktivitäten der "Spekulanten" öfters am Ende einer Aufwärtsbewegung. Dazu passt nicht nur die globale Versorgungslage bei Weizen, seinem Substitut Mais aber auch den Ölsaaten. Sondern auch die zuletzt gesehenen Kursverläufe Ende der Woche.
    Man sollte m. E. den Agrarsektor jetzt im Auge behalten. Es ist wohl nicht mit einer monatelangen Baissebewegung zu rechnen, aber eine Korrektur der Kursanstiege der letzten Wochen ist m. E. durchaus wahrscheinlich.

    PS.: Grafische Darstellungen der COT-Positionen findet man hier

    [ATTACH=CONFIG]1996[/ATTACH]
    ... sehr guter Ansatz - auch wenn die Reaktionen verhalten bleiben. Im hochmoralischen Deutschland "spielt man nicht mit Lebensmitteln". Sondern stochert argwöhnisch drin herum. Oder hortet sie und wirft sie per MHD dann weg. Oder betreibt damit "Entwicklungshilfe" - die in den betroffenen Regionen deren ohnehin schwache Eigenversorgungs-Strukturen oft konsequent ganz plattmacht.

    2015/2016 habe ich mal mit einem breit gestreuten Agrar-Zerti bzw danach ETF wieder angefangen. Seitdem zwar noch einiges mehr in die Watchlist genommen - aber zZt mehr in Hards (Metallen) als Softs unterwegs. Und nach langer Abstinenz als quasi Wieder-Einsteiger insgesamt noch relativ vorsichtig. Sprich auch eher auf der Suche nach Wenden und folgenden stetigen Trends als nach schnellen Zocks. Was mit Rückkehr der Inflation durchaus Chancen bieten dürfte. Zumal Inflation im Prinzip niemals wirklich "weg" war, sondern sich mit der Geldschwemme lediglich inflationär auf Immobilien, Aktien und letztlich auch auf die Bondmärkte bis zum Nullzins verlagert hat.

    "Back to the Basics" sollte in Zukunft verstärkt passieren. Damit werden Commodities insgesamt wieder deutlich interessanter - und sind auch für notleidende Bondholder eine Alternative.

    PS: Speziell mit COT-Daten bzw besser mit deren jeweils "korrekter" Interpretation habe ich mich schon immer schwergetan - insofern eventuell hier noch Nachholbedarf.

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    #3
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Zitat von Al Bondy Hier:19.02.2017, 10:41 Beitrag anzeigen
    ... sehr guter Ansatz - auch wenn die Reaktionen verhalten bleiben. Im hochmoralischen Deutschland "spielt man nicht mit Lebensmitteln".
    Da nutze ich die Gelegenheit zu einer Frage. Vor einem Vortrag zum Thema "Lebensmittelspekulation" konnte ich den vortragenden Professor (sehr vernünftig und kompetent) fragen, ob er irgend eine Studie kenne, die eine Korrelation zwischen den Preisen an den Warenterminbörsen und denen auf den lokalen Märkten (da wo die Leute einkaufen) zeigt. Antwort: Nein. Er hat das dann auch gleich in seinem Vortrag (widerspruchslos) erwähnt. Ich habe dann (schon ohne Hoffnung) bei Oxfam nachgefragt. Nicht einmal geantwortet haben sie. Ich für mich habe daraus geschlossen, dass hier ein Gutmenschenpopanz auf dem Rücken einer Mediensau durch die Dörfer getrieben wird.

    Aber vielleicht irre ich mich und ein Forist kennt eine derartige Studie?

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    #4
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Zitat von Al Bondy Hier:19.02.2017, 10:41 Beitrag anzeigen
    ... sehr guter Ansatz - auch wenn die Reaktionen verhalten bleiben...
    Ich finde das auch gut. Und werde die Kakao-Story natürlich auch gerne hierher verlegen. Bin, ehrlich gesagt, bei den Soft`s auch eher selten zu Gange und dementsprechend sind meine Erfahrungen limitiert. Gut verdient hatte ich das letzte Mal mit Zucker. Das war aber mal wieder Anfängerglück. 4 Flip-Flop Trades hintereinander mit einem quasi schon toten KO-Zertifikat, kurz über der Knockout Schwelle. Innerhalb von 15-20 Minuten. Beim 5. Mal habe ich es gelassen - und das war genau richtig, denn da kam der KO.
    Ansonsten - wie gesagt eher selten. Ich watche börsentäglich 2-3x die Teletext-Tafel 304 bei NTV. Da sind viele von den Softs drauf. Wenn da interessante Level angesteuert werden, fällt mir das in der Regel auf, und ich schaue mir den Fall dann genauer an. Was mir in der Rohstoffbranche immer noch fehlt, ist ein richtig guter Ticker mit News und Info`s. Ich habe immer noch das Problem, mir die Hintergrund-Infos mühsam zusammenstoppeln zu müssen. Und das ist dann manchmal eine Aktivitätsbremse.

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    #5
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Zum Thema Spekulation auf den Agrarmärkten:
    Das war 2008 schon ein großes Thema v. a. bei (Minneapolis-/Sommer-)Weizen.
    Gerade in diesem kleinem Kontrakt kamen viele Farmer in existenzbedrohende Situationen, weil sie die Margin ihrer abgesicherten Ernte nicht mehr tragen konnten.
    Man argumentierte damals, dass insbesondere die Indexfonds (Goldman-Sachs) welche ihre Positionen als "Commercials" mit entsprechenden Positionlimits in großem Stil absichern können aber auch die reinen Spekulanten (=Managed Money) für das exorbitante Ausmaß dieser Hausse verantwortlich waren.
    Die Gegenargumentation geht ja bekanntlich seit Keynes so, dass Spekulanten benötigte Liquidität im Markt schaffen.
    Lange Rede kurzer Sinn in der Folgezeit gab es eine große Anzahl an Untersuchungen dazu (auch von der CFTC veranlasst) die, soweit ich weiß, zumindest in den großen, liquiden Agrarmärkten, den Zusammenhang zwischen Spekulation und stark steigende Nahrungsmittelkursen nicht klar nachweisen konnten.
    Scott Irwin von der University of Illinois hat dazu einiges publiziert. Literatur findet man einfach und zahlreich im Netz, z. B. hier.
    Ich persönlich denke, dass insbesondere kleine, illiquide Rohstoffmärkte der Gefahr einer Manipulation ausgesetzt sind, ganz gleich aus welchen Gründen. Nicht nur im Nahrungsmittelsektor. Andererseits, ist es klar, dass man sich zweimal überlegen soll in solchen Märkten zu investieren.

    Zum Thema der Informationsbeschaffung:
    Gerade auch aufgrund der meist globalen Dimension des Rohstoffhandels gibt es natürlich einen Überfluss an Informationsquellen und Materialien.
    Die Konsequenz, welche ich für meine Person gezogen habe ist die, mich auf einen speziellen Sektor (Agrar) zu beschränken. Selbst da ist die Informationsvielfalt oftmals erdrückend, aber man kann m. E. zumindest einen guten Überblick behalten. Wenn man auf zu vielen Hochzeiten tanzt, geht das nicht.
    Wenn ich jetzt auf die Schnelle eine Informationsquelle für den Agrarsektor nennen soll, fallen mir spontan die täglichen und wöchentlichen Berichte von Bryce Knorr von Farm Futures ein. Hier ein Link.

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    #6
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Zitat von Ramstein Hier:19.02.2017, 10:55 Beitrag anzeigen
    Da nutze ich die Gelegenheit zu einer Frage. Vor einem Vortrag zum Thema "Lebensmittelspekulation" konnte ich den vortragenden Professor (sehr vernünftig und kompetent) fragen, ob er irgend eine Studie kenne, die eine Korrelation zwischen den Preisen an den Warenterminbörsen und denen auf den lokalen Märkten (da wo die Leute einkaufen) zeigt. Antwort: Nein. Er hat das dann auch gleich in seinem Vortrag (widerspruchslos) erwähnt. Ich habe dann (schon ohne Hoffnung) bei Oxfam nachgefragt. Nicht einmal geantwortet haben sie. Ich für mich habe daraus geschlossen, dass hier ein Gutmenschenpopanz auf dem Rücken einer Mediensau durch die Dörfer getrieben wird.

    Aber vielleicht irre ich mich und ein Forist kennt eine derartige Studie?
    Die gleiche Erfahrung habe ich mit Oxfam auch gemacht. Da die Ehrenamtlichen in unserem lokalen Shop nicht den Hauch einer Ahnung vom Wert der angebotenen Artikel hatten, konnte man da echte Schnäppchen machen und im Gegenzug habe ich nicht mehr benötigte Sachen lieber dorthin gespendet, als auf nem Kindergartenbasar mit Leuten darüber zu diskutieren, ob Klamotten oder Spielzeug wirklich nen Euro kosten sollen oder ob man nicht auf 50 Cent runtergeht. So war ich etliche Jahre Stammkunde bei Oxfam, bis die mit ihrer Kampagne gegen Spekulanten anfingen. Mein Hinweis darauf, dass sie doch froh sein sollten, wenn Spekulanten spenden und kaufen blieb ebenfalls unbeachtet.

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    #7
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Kurzfristig können spekulanten natürlich den wert von agrarrohstoffen höher treiben als er eigentlich sein sollte. Ist der preis aber zu hoch wird zuviel produziert. Dann muss der preis fallen. Wahrscheinlich sogar stärker als ohne spekulanten. Landwirte können aber mit terminbörsen besser planen und sich absichern.

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    #8
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Da ich vor wenigen Jahren noch belächelt wurde, als ich meine Trades in Agrarrohstoffen als Inflationshädsch für die FM-Küche reinstellte (was ich deshalb dann sein ließ), wundert mich das nun doch offenbar vorhandene Interesse.

    Kurz zum Thema "Böse Terminspekulanten":

    Grundsätzlich sind Warenterminbörsen ein Segen für Farmer, da sie ermöglichen die Verkaufspreise für ihre Produkte zu einem für sie betriebswirtschaftlich tragbaren Niveau abzusichern und somit Planungssicherheit zu erzielen. Der einzige Effekt, den erhöhte Aktivitäten von Spekulanten hat, ist steigende Volatilität, aber keine neuen Preistrends, schließlich müssen die das Zeuch, was sie auf Termin kaufen am Ende der Laufzeit auch wieder los werden, um nicht physisch mit der Ware zugeschüttet zu werden, so daß am Ende des Tages der Preis allein durch Angebot und Nachfrage am physischen Markt bestimmt wird. Die Behauptung, daß böse Spekulanten die Preise in die Höhe treiben, ist also völliger Blödsinn.

    Was die Preise für Nahrungsmittel dagegen treibt ist die konkurrierende Nutzung von Agrarfläche und -produkten für den Biospritwahn, deren Verfechter oftmals die gleichen Leute sind, die Warentermingeschäfte mit Agrarprodukten verteufeln. Das zeugt entweder von völliger Verblödung oder heuchlerischer Doppelmoral.

    Würde man Termingeschäfte dagegen verbieten, würde man dagegen die Existenz von Farmern, die regelmäßig ihre Preise absichern, bedrohen.

    Ich richte meine Trades vor allem an den auf Agrarmärkten besonders stark ausgeprägten Saisonalitäten aus und an der Charttechnik unter Nutzung der mitunter recht starken kurzfristigen Preisschwankungen.

    http://www.seasonalcharts.de/futures_farm.html

    Aktuell habe ich nix im Depot. Auf meinem Einkaufszettel für die nächsten Wochen stehen aber Mais und Soja.

    Kommentar


    #9
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Zitat von Der Fondsmanager Hier:19.02.2017, 21:06 Beitrag anzeigen
    Da ich vor wenigen Jahren noch belächelt wurde, als ich meine Trades in Agrarrohstoffen als Inflationshädsch für die FM-Küche reinstellte (was ich deshalb dann sein ließ), wundert mich das nun doch offenbar vorhandene Interesse.
    ... naja, das Lächeln wird manchem hier zukünftig wohl noch vergehen - und Interesse war bei einigen wenigen hier immer schon vorhanden. Der Trend zu Nischen und "alternativen Investments" dürfte sich die nächsten Jahre noch deutlich verstärken. Wobei ich grundsätzlich denke, wer einigermaßen traden kann, kann im Prinzip alles handeln sofern er sich die individuellen Gegebenheiten draufschafft (hier bzw in Softs die ausgeprägte Saisonalität bzw die starken meteorologischen Einflüsse).

    Grundsätzlich sind Warenterminbörsen ein Segen für Farmer, da sie ermöglichen die Verkaufspreise für ihre Produkte zu einem für sie betriebswirtschaftlich tragbaren Niveau abzusichern und somit Planungssicherheit zu erzielen. Der einzige Effekt, den erhöhte Aktivitäten von Spekulanten hat, ist steigende Volatilität, aber keine neuen Preistrends
    ... wobei die zeitweilige Trendverstärkung in beide Richtungen wirkt und sich damit letztlich auch wieder aufhebt. Ohne Warenterminbörsen und ihre ausgleichende Wirkung würde jede Miss-Ernte, genau wie auch jede kurzzeitige Überproduktion, katastrophale Strukturfolgen für die entsprechenden Regionen haben und damit auch destabilisierend auf die Welt-Ernährungslage wirken. Was die Oxfams und andere Gutmenschen aber niemals kapieren werden. Gentechnische Saatgutmonopole zB stehen dagegen auf einem ganz anderen Blatt.

    Was die Preise für Nahrungsmittel dagegen treibt ist die konkurrierende Nutzung von Agrarfläche und -produkten für den Biospritwahn, deren Verfechter oftmals die gleichen Leute sind, die Warentermingeschäfte mit Agrarprodukten verteufeln. Das zeugt entweder von völliger Verblödung oder heuchlerischer Doppelmoral.
    ... auch dazu 100% Zustimmung.
    Das Grundproblem bleibt die Überbevölkerung. Und die menschliche Dummheit.

    http://www.seasonalcharts.de/futures_farm.html
    Aktuell habe ich nix im Depot. Auf meinem Einkaufszettel für die nächsten Wochen stehen aber Mais und Soja.
    ... mal schauen, rein saisonal könnten sich einige Metals demnächst vielleicht in Softs switchen lassen.

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    #10
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Eure Sichtweise gefällt mir (Moral vs. Hintergrundwissen) und gute Idee mit dem Thread...nach zwei Wochen Grippe rutscht das runter wie Öl

    Mit Softs habe ich mich erstmals im vergangenem Jahr beschäftigt, auch angeregt durch den Fondsmanager (z.B. Inflationshädsch mit Weizen). Also von wegen belächelt...von mir ein herzliches Dankeschön dafür!
    Seit dem habe ich mehrmals kurzfristig Kaffee getradet. Der 1-Jahres-Chart sieht nicht sonderlich spektakulär aus, doch haben sich immer wieder Gelegenheiten ergeben, wie zuletzt Anfang Januar. Als Vehikel verwende ich hierbei A0KRJT.
    Interessant und hilfreich sind in diesem Zusammenhang die Daten der ICO: http://www.ico.org/coffee_prices.asp

    Wie Al es schon sagte, liegt das Problem bei den Softs in der ausgeprägten Saisonalität und den meteorologischen Einflüssen. Von daher ist es eine recht komplexe Thematik, die einiges an Zeit abverlangt.
    Nach wie vor finde ich das Thema Kakao interessant. Allerdings muss ich gestehen, dass ich für diesen Rohstoff noch kein richtiges "Feeling" entwickelt habe. Zwar habe ich kürzlich einen Trade (mit A0V9ZE) in homöopathischer Dosis durchgeführt, aber letztlich war dies nur eine - sagen wir mal - "Geschicklichkeitsübung". Von daher nicht der Rede wert.

    <offtopic>
    Ach, von wegen Kaffee und Al Bondy, da war doch was: Lieber Al, ich weiß Dich wirklich zu schätzen, ABER manchmal, insbesondere morgens, wenn ich durch das Forum stöbere und versuche meinen Kaffee zu genießen, stoße ich auf diese brilliant-humorvollen Beiträge. Weißt Du eigentlich wie schwer es ist, den Kaffee im Mund zu behalten, wenn man lachen muss!? Ich habe mir jetzt extra eine flüssigkeitsgeschützte Tastatur bestellt. Davon abgesehen schuldest Du mir ein paar Tassen Kaffee und es sollte schon Jamaica Blue Mountain sein, wir sind ja hier schließlich unter uns.
    </offtopic>

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    #11
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Zitat von Pareto Hier:21.02.2017, 14:05 Beitrag anzeigen
    Nach wie vor finde ich das Thema Kakao interessant. Allerdings muss ich gestehen, dass ich für diesen Rohstoff noch kein richtiges "Feeling" entwickelt habe. Zwar habe ich kürzlich einen Trade (mit A0V9ZE) in homöopathischer Dosis durchgeführt, aber letztlich war dies nur eine - sagen wir mal - "Geschicklichkeitsübung"....
    Ich habe das genauso gemacht. Einige Trades zu "warm werden". Und ein Gefühl für die Sache bekommen. Habe aber ganz gut eingefahren damit, für praktisch ein "Test-Trading".
    Abwärtstrend ist noch intakt. Heute war der Markt und die Tages-Spanne eher unspektakulär. Neue entscheidendere News sind mir die Woche noch nicht untergekommen. Ich bleib dran.

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    #12
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Ich bin beim Kakao gestern mit leichtem Plus ausgestoppt worden. Mal schaun, ob ich heute wieder reinkomme. Stop-In Order liegt knapp über dem gestrigen Tageshoch

    Kommentar


    #13
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Zitat von Al Bondy Hier:20.02.2017, 18:34 Beitrag anzeigen
    ... mal schauen, rein saisonal könnten sich einige Metals demnächst vielleicht in Softs switchen lassen.
    In der Tat werde ich jetzt mal mein Silber aus dem Besteckkasten holen (ist ja seit Einstieg super gelaufen), bevor Mais und Sojagemüse auf den Teller kommt.

    http://www.seasonalcharts.de/future_metalle_silver.html

    https://www.comdirect.de/inf/indizes...timeSpan=3M&e&

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    #14
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Kakao... einige Beiträge von gestern:

    https://www.benzinga.com/markets/fut...little-changed

    http://seekingalpha.com/article/4048...tential-bottom

    http://www.finanznachrichten.de/nach...26-end-008.htm

    http://seekingalpha.com/article/4048...-long-position

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    #15
    AW: Rohstoffe: Agrar + Softs

    Beim Kakao testet der Markt gerade wieder die Abwärtstrendlinie. Noch aber kein Break.

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