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    Das Problem bei der Einstufung als professioneller Kunde in der BRD ist, dass Direktbanken vorab einen Depotübertrag verlangen und sich erst danach festlegen wollen, ob man als professioneller Kunde eingestuft wird oder nicht. Ich habe z.B. Consors klar gemacht, dass ich, bevor ich Wertpapiere im Gegenwert von mindestens 500.000 € übertrage, vorher eine verbindliche Zusage haben will, dass ich aufgrund der vorgelegten Depotauszüge und Orderabrechnungen als professioneller Kunde eingestuft werde. Daran ist es letztlich gescheitert. Die Commerzbank AG hätte wohl schon vor dem Depotübertrag die Zusage erteilt, sie ist jedoch hinsichtlich der Gebühren ebenso teuer wie eine Bank in der Schweiz. Ob ViTrade tatsächlich einen Status als professioneller Kunde einräumt, kann ich nicht bestätigen. Mehrfache Mailanfragen blieben unbeantwortet, am Telefon war man nicht auskunftsfähig, telefonische Rückrufe erfolgten trotz Zusage nicht. Die Deutsche Bank AG teilte mit, dass man Privatpersonen wegen rechtlicher Risiken den Status als Professionellen nicht einräumt; man müsse zunächst eine Gesellschaft gründen und dann könne man weitersehen (= absolut lächerlich).

    Aufgrund dieser Widrigkeiten habe daher im Frühjahr ein Depot in der Schweiz eröffnet und bin damit recht zufrieden, da ich jetzt wieder alles handeln kann. Entgegen der Behauptungen einiger EU-Banken, die das Abwandern ihrer First-Kunden in die Schweiz mit Argwohn betrachten, wird das auch in Zukunft so bleiben. Art. 59 FIDLEG (= das WpHG der Schweiz) sieht nämlich vor, dass es für jegliche Forderungspapiere ohne derivativen Charakter keines Basisinformationsblattes bedarf. Damit kann ich jedenfalls meinen Anlageschwerpunkt zu 100% abdecken.

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    Zitat von Mond Hier:10.06.2019, 15:01 Beitrag anzeigen
    Das Problem bei der Einstufung als professioneller Kunde in der BRD ist, dass Direktbanken vorab einen Depotübertrag verlangen und sich erst danach festlegen wollen, ob man als professioneller Kunde eingestuft wird oder nicht. Ich habe z.B. Consors klar gemacht, dass ich, bevor ich Wertpapiere im Gegenwert von mindestens 500.000 € übertrage, vorher eine verbindliche Zusage haben will, dass ich aufgrund der vorgelegten Depotauszüge und Orderabrechnungen als professioneller Kunde eingestuft werde. Daran ist es letztlich gescheitert.
    Das ist doch überhaupt kein Wunder, denn es wird über mehrere Abteilungen prozessorientiert gearbeitet, d.h. kein einzelner Mitarbeiter darf Dir so eine Zusage geben. Allerdings gibt es doch klare Regeln von Consors und wenn Du die alle erfüllst, dann wirst Du, wie andere BBler auch, als professioeller Kunde eingestuft

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    Zitat von Maria Hier:10.06.2019, 15:24 Beitrag anzeigen
    Das ist doch überhaupt kein Wunder, denn es wird über mehrere Abteilungen prozessorientiert gearbeitet, d.h. kein einzelner Mitarbeiter darf Dir so eine Zusage geben. Allerdings gibt es doch klare Regeln von Consors und wenn Du die alle erfüllst, dann wirst Du, wie andere BBler auch, als professioeller Kunde eingestuft
    Hä? Es geht hier um potentielle Kundengewinnungen für vermögende Kunden. Nur mit solchen Kunden kann eine Direktbank überhaupt noch Geld verdienen. Wenn deutsche Direktbanken es nicht einmal auf die Reihe kriegen, vorab außerhalb üblicher Routineschritte einen bestimmten Status vorab verbindlich zu bestätigen, dann kann ich darüber nur lachen. Es geht hier ja nicht um irgendwelche neue Kunden, sondern um sog. Regenmacher. In der Schweiz jedenfalls war ich herzlich willkommen und dort stimmt auch der Service und die Kompetenz der Mitarbeiter. Und von wegen teuer. Ich hebele rd. 10% meines Depotvolumens über Effektenkredite. Consors verlangt dafür 5,4% (nicht verhandelbar), mit meiner Bank in der Schweiz habe ich mich auf 2,5% für Euro-Effektenkredit geeinigt. Die dort etwas höheren Gebühren fallen damit nicht mehr ins Gewicht.

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    Zitat von Mond Hier:10.06.2019, 15:39 Beitrag anzeigen

    Hä? Es geht hier um potentielle Kundengewinnungen für vermögende Kunden. Nur mit solchen Kunden kann eine Direktbank überhaupt noch Geld verdienen.
    . Es geht hier ja nicht um irgendwelche neue Kunden, sondern um sog. Regenmacher.
    Deine Aussage ist - zumindest für Deutschland - nur bedingt richtig;

    Die Gebührenstruktur ohne Grundgebühr für das Depot führt dazu, dass Kunden mit mehr Transaktionen wertvoller sind als diejenigen mit mehr Bestand/Volumen.
    (ausser evtl. Fonds)
    Bei Consors erkennt man dies glasklar an den VIP-Kunden Einstufungen, die nur auf Trader abgestimmt sind.
    Ein Volumen von 50.000 Euro durch Transaktionen 20x umgewälzt ist für die interessanter als ein Volumen von 500.000 Euro 2x umgewälzt.
    Mit 500.000 Euro bist zu möglicherweise „vermögend“, aus Sicht der Banken aber noch lange kein Regenmacher....

    Die sehr begrenzte Anzahl von Online-Banken, die den „Sonderweg“ der professionellen Kunden überhaupt anbieten, können die Regeln festlegen.
    D.h. zuerst Geld/Wertpapiere übertragen + Transaktionen nachweisen, dann die Umstufung.

    Das ist einfach so.






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    Zitat von Mond Hier:10.06.2019, 15:39 Beitrag anzeigen

    Hä? Es geht hier um potentielle Kundengewinnungen für vermögende Kunden. Nur mit solchen Kunden kann eine Direktbank überhaupt noch Geld verdienen. Wenn deutsche Direktbanken es nicht einmal auf die Reihe kriegen, vorab außerhalb üblicher Routineschritte einen bestimmten Status vorab verbindlich zu bestätigen, dann kann ich darüber nur lachen. Es geht hier ja nicht um irgendwelche neue Kunden, sondern um sog. Regenmacher. In der Schweiz jedenfalls war ich herzlich willkommen und dort stimmt auch der Service und die Kompetenz der Mitarbeiter. Und von wegen teuer. Ich hebele rd. 10% meines Depotvolumens über Effektenkredite. Consors verlangt dafür 5,4% (nicht verhandelbar), mit meiner Bank in der Schweiz habe ich mich auf 2,5% für Euro-Effektenkredit geeinigt. Die dort etwas höheren Gebühren fallen damit nicht mehr ins Gewicht.
    Natürlich hast Du recht, dass dieses Verhalten für die Ziele der Bank nicht sonderlich zuträglich ist. Allerdings kann man eben seine Erwartungen des Systemverhalten nur an den Regeln innerhalb der Organisation ausrichten.

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    Zitat von moneto Hier:10.06.2019, 16:03 Beitrag anzeigen
    Deine Aussage ist - zumindest für Deutschland - nur bedingt richtig;
    Die Gebührenstruktur ohne Grundgebühr für das Depot führt dazu, dass Kunden mit mehr Transaktionen wertvoller sind als diejenigen mit mehr Bestand/Volumen.
    (ausser evtl. Fonds)
    Bei Consors erkennt man dies glasklar an den VIP-Kunden Einstufungen, die nur auf Trader abgestimmt sind.
    Ein Volumen von 50.000 Euro durch Transaktionen 20x umgewälzt ist für die interessanter als ein Volumen von 500.000 Euro 2x umgewälzt.
    Mit 500.000 Euro bist zu möglicherweise „vermögend“, aus Sicht der Banken aber noch lange kein Regenmacher....
    ... letztlich zählt der Jahresumsatz und nicht das Depotvolumen.
    Was garnicht mehr zählt, ist das Massengeschäft - das aber überall fleißig beworben wird. Bis es mehr oder weniger ganz verschwindet, genau wie die dümmlichen Aktiensparpläne ohne vernünftiges Market-Timing.

    Trotzdem und eben darum bleiben Mass Affluents und Emerging Wealthies die eigentlich tragende und gewinnbringende weil zumeist sehr aktive Klientel (500k bis 5Mn). Allerdings verbunden mit entsprechenden Ansprüchen und unter freiwilligem Verzicht auf die gebotene "Sparplanberatung".

    Oberhalb 5 Mio aufwärts wird weitaus weniger Masse regelmäßig bewegt, und man leistet sich seinen individuellen Wealthmanager, den ein Discounter in entsprechender Qualifikation überhaupt nicht bieten kann.

    Das ist einfach so.
    ... zumindest noch für ein paar Monate.
    Entweder wird MIFID dann wieder entschärft, oder es reißt die bereits ansatzweise zu beobachtende "Macht doch was ihr wollt"-Mentalität noch weiter ein. Weil die Banken das Gemecker und den permanenten Schwund anspruchsvoller Kundschaft leid sind - und in der zerfallenden EU ohnehin doch jeder längst macht was er will. Das schaffen wir in D auf Dauer auch noch. Notfalls sorgt die nächste Krise für weitere Bereinigung, weil dann alles was unnötig bremst zum fortgesetzten Überleben demontiert werden muss.

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    Die Commerzbank hat mich nun als professionellen Kunden geschlüsselt. Leider geht trotzdem nix. Entweder kommt die Meldung, dass der Zielmarkt nicht passt oder dass keine Priip-Unnterlagen vorliegen. Meine Beraterin ist auch ratlos.

    Hat jemand hier auch schon solche Erfahrungen gemacht? Weiß jemand, was hier zu tun wäre?

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    Zitat von waldler Hier:16.06.2019, 09:48 Beitrag anzeigen
    Die Commerzbank hat mich nun als professionellen Kunden geschlüsselt. Leider geht trotzdem nix. Entweder kommt die Meldung, dass der Zielmarkt nicht passt oder dass keine Priip-Unnterlagen vorliegen. Meine Beraterin ist auch ratlos.

    Hat jemand hier auch schon solche Erfahrungen gemacht? Weiß jemand, was hier zu tun wäre?
    ... ich vermute, das liegt "am System" - weil das für Onlineorders keine Ausnahmeregelungen kennt, sondern das Routing einfach pauschal nach den programmierten Kriterien sperrt. Versuchen würde ich es noch mal mit einer direkt gerouteten Telefonorder - die dann meist nichts extra kosten sollte. Oder mit einer Testorder auf ein anderes Wertpapier. Die haben mW ihr eigenes rigides "MIFID-Universum mit individuellen Prüfkriterien" - kann also sein, dass einzelne Wertpapiere auch für professionelle Private trotz erweitertem Status nichthandelbar bleiben.

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    Danke Al Bondy. Werde es mal telefonisch versuchen.

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    Zitat von waldler Hier:16.06.2019, 09:48 Beitrag anzeigen
    Die Commerzbank hat mich nun als professionellen Kunden geschlüsselt. Leider geht trotzdem nix. Entweder kommt die Meldung, dass der Zielmarkt nicht passt oder dass keine Priip-Unnterlagen vorliegen. Meine Beraterin ist auch ratlos.

    Hat jemand hier auch schon solche Erfahrungen gemacht? Weiß jemand, was hier zu tun wäre?
    Ich hatte meine Erfahrung früher schon mal gepostet, finde aber meinen eigenen Beitrag nicht mehr:

    Ich wollte vor ca. 6 Monaten zur Commerzbank wechseln. Der zuständige Mitarbeiter in der Commerzbank-Filiale in meiner Stadt hat mir seinerzeit erläutert, dass trotz möglicher Schlüsselung als "professioneller Kunde" keine Online-Aufträge zu betroffenen Wertpapieren funktionieren würden.
    Aus diesem Grund bin ich nicht Kunde der Commerzbank geworden....

    Die Erklärung von Al Bondy deckt sich mit den damaligen Aussagen des Commerzbank-Mitarbeiters.

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    Zitat von waldler Hier:16.06.2019, 14:15 Beitrag anzeigen
    Danke Al Bondy. Werde es mal telefonisch versuchen.
    ... ich habe da nur eigene Erfahrungen mit der Tochter comdirect (gleiches System, identisches Order-Routing).

    Falls die Beraterin nicht gleich versteht: es gibt, eigentlich für den Notfall gedacht, immer die Möglichkeit, "Orders direkt auf den Host der Börse bzw des Skontroführers zu routen" - also quasi am normalen System vorbei. Man muss dafür allerdings jemand am Telefon haben, der das entsprechende System auch bedienen kann. Und bereit und befugt ist, dies für professionelle Private auch durchzuführen. Also besser keine überforderte Hotlinerin.

    Ist natürlich keine Dauer-, sondern nur eine Notlösung, aber geht wenn einzelne Orders pressieren ...

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    Zitat von waldler Hier:16.06.2019, 09:48 Beitrag anzeigen
    Die Commerzbank hat mich nun als professionellen Kunden geschlüsselt. Leider geht trotzdem nix. Entweder kommt die Meldung, dass der Zielmarkt nicht passt oder dass keine Priip-Unnterlagen vorliegen.
    Zitat von Al Bondy Hier:16.06.2019, 14:29 Beitrag anzeigen
    ... ich habe da nur eigene Erfahrungen mit der Tochter comdirect (gleiches System, identisches Order-Routing).
    Wurde hier nicht wiederholte Male geschrieben, die comdirect würde überhaupt keine Einstufung als professioneller Kunde vornehmen? Hat sich das geändert?

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    Zitat von joe Hier:16.06.2019, 16:19 Beitrag anzeigen
    Wurde hier nicht wiederholte Male geschrieben, die comdirect würde überhaupt keine Einstufung als professioneller Kunde vornehmen? Hat sich das geändert?
    ... nein - das Posting bezog sich nur auf System und Order-Routing sowie die gleichen rigiden MIFID-Kriterien.

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    Die in der BRD für Otto-Normal-Anleger verbotene 100-jährige Argentinien-Anleihe A190E8 kann man über sein Depot in der Schweiz problemlos kaufen. Wer es nicht glaubt: Beweis angefügt. Es lebe der globale Wettbewerb. Eine Depoteröffnung in der Schweiz dauert inzwischen bis zu 8 Wochen, da aus der gesamten EU vermögende Privatanleger ihre Depots in die Schweiz verlagern.
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    Zitat von Mond Hier:22.06.2019, 13:19 Beitrag anzeigen
    Die in der BRD für Otto-Normal-Anleger verbotene 100-jährige Argentinien-Anleihe A190E8 kann man über sein Depot in der Schweiz problemlos kaufen. Wer es nicht glaubt: Beweis angefügt. Es lebe der globale Wettbewerb. Eine Depoteröffnung in der Schweiz dauert inzwischen bis zu 8 Wochen, da aus der gesamten EU vermögende Privatanleger ihre Depots in die Schweiz verlagern.

    Das kann doch nicht im Sinne der EU-Verantwortlichen sein, dass nun die Depots in die Schweiz abwandern. Merken die das noch? Das ist doch grad das Gegenteil von dem, was die eigentlich wollten, nämlich Kapital in der EU halten und dem Niedrigzinszwang unterwerfen.

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