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Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Zitat von nicco Hier:24.09.2015, 09:27 Beitrag anzeigen
    D Ifo-Geschäftklimaindex
    ... der taugt inzwischen weder für die Märkte -reagiert viel zu langsam- noch für die Konjunktur. Scheint seit 2009 völlig aus dem Ruder gelaufen. Egal ob seitdem aufwärts oder abwärts, die Lage liegt permanent deutlich über Klima und Erwartungen. Was schon logisch keinen wirklichen Sinn mehr gibt. Danach müssten wir bzgl. der tieffliegenden Erwartungen in der besten aller Welten von ständigem Pessimismus geplagt sein - was anhand anderer Surveys und der Aktienkurse seit 2009 aufs genaue Gegenteil rausläuft.

    Stellt man das reale BIP gegen die Lage-Komponente oben, müssten wir vom Indexstand her im historischen Vergleich aktuell ein Wachstum circa zwischen 2.5% und 3.5% aufweisen. Davon träumt zZt niemand mehr nachts.

    http://www.cesifo-group.de/de/ifoHom..._Klima-Dtl.png

    Dann ginge auch die ifo "Konjunktur-Uhr" halbwegs richtig, die zeigt fröhlich "Boom", während die beiden ersten Quartale (BIP-Wachstum +1.1% und +1.6%) im Schnitt mit +1.35% weit weg von Boom und allenfalls noch schwach mittelmäßig klar unter dem längjährigem Durchschnitt blieben. Q3 wird sehr wahrscheinlich enttäuschen. Nicht mehr die ifo-Lage zeigt die Lage, sondern die dokumentiert sich als frommer Selbstbetrug heute in der niedrigen Erwartungskomponente. Damit ist das ganze Modell erfolgreich auf den Kopf gestellt.

    Wenn der ifo noch was deutlich anzeigt, dann allenfalls die Mischung aus typisch deutschem Realitätsverlust plus resultierender Selbstüberschätzung auf der ("Wir-schaffen-das") unbesiegbaren Insel der Seeligen und Traumtänzer. Die Weltfinanzkrise hat der Realkonjunktur trotz aller Hysterie kaum ernsthafte Probleme gemacht - daher die sofortige und extrem steile wirtschaftliche Erholung.

    Die darauf folgende zähe Dauerkrise mitsamt notenbank-induziert gefälligem Kaschieren und Herausschieben aller ungelösten Probleme bis zum relativen wirtschaftlichen Stillstand ohne jede Chance auf wirkliches Wachstum plus die kollektive Flucht in Scheinprobleme und sinnlose Moraldebatten ergibt genau das per se wider-sinnige ifo-Bild: Deutschland wähnt sich in einer komfortablen Boom-Phase (viel zu hohe ifo-Lage), glaubt aber unbewusst selbst und in Zukunft sowie auf Dauer nicht daran (sehr tiefe ifo-Erwartungen).

    ZEW bildet die reale (also nicht die deutsch-empfundene) Wirklichkeit viel besser ab - und hat auch die DAXionäre wieder rechtzeitig gewarnt. Das ZEW-Top lag im März, das vom DAX parallel im April. Seitdem schrubben sie beim ZEW und im DAX schon fleißig mit "Fairy Ultra" - nur ifo feiert noch weiter und weiß von nix ...

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    al, ich habe 2007 im WP Forum eine Analyse von Sentix zitiert, leider habe ich das Original nicht mehr.

    Mit dem IFO Erwartungsindex habe ich in den folgenden Jahren allerdings bessere Erfahrung gemacht. Eine Zeitlang habe ich mir die Mühe gemacht die Daten Dax und IFO Erwartung mit Excel auszuwerten. Ich bin fauler geworden...

    Seitdem erhöhe ich das Risiko bei steigender Konjunkturerwartung v.v.
    Zurzeit bin jedoch noch vorsichtig, da mir die schwache US.Konjunktur nicht gefällt.


    Beitrag 3235 http://www.wertpapier-forum.de/topic...61#entry165961


    Prognosemöglichkeiten mit den sentix-Konjunkturindizes

    Auszug


    S. 9

    Analysemöglichkeiten am Aktienmarkt

    An dieser Stelle wollen wir uns dem Zusammenhang der Konjunkturerwartungen und der relativen
    Performance von Aktien und Bondmarkt widmen. Die nachfolgende Grafik zeigt die Performance des
    DAX relativ zum Bondmarkt sowie die Lage- und Erwartungskomponente des sentix-Konjunkturindex
    für Euroland.



    Abbildung 9: Aktien-Bond-Performance (weiß) und Lage (gelb) und Erwartungen
    (orange)

    Die besten Zeiten am Aktienmarkt bestehen offensichtlich, wenn Lage und Erwartungen an die
    Konjunktur gleichermaßen steigen. Die Zukunft wird positiv gesehen und in der Gegenwart kommen
    keine störenden Nachrichten. Kritisch wird es, wenn die Erwartungen einen Dämpfer erhalten. Die
    Dauerhaftigkeit einer dann einsetzenden Korrektur bestimmt sich danach, ob die Gegenwart die
    antizipierte Zukunft zu reflektieren beginnt oder nicht.
    Fazit
    Die Konjunkturerwartungen spielen eine erhebliche Rolle für Kapitalmarkttrends. Die Erwartungen der
    Anleger zu kennen und zwar möglichst früh, zahlt sich aus! Die sentix-Konjunkturindizes stellen in
    diesem Zusammenhang eine echte Innovation dar:

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Zitat von nicco Hier:24.09.2015, 18:41 Beitrag anzeigen
    eine Analyse von Sentix
    ... da stimmt zumindest das zeitversetzt rhythmische Zusammenspiel von Lage und Erwartung. Wie bei allen reinen Umfrage-Indikatoren besteht aber auch hier die Möglichkeit zeitweilig kollektiver Fehleinschätzung. Entweder als zuviel an Optimismus oder umgekehrt an Pessimismus. Ohne ergänzenden Blick auf die harten Daten gerade an entscheidenden Punkten oft zu emotional.

    Trotz an sich stetig ganz guter Performance auf der analytischen Erkenntnisseite bleibt der "Sentix Fonds 1" weit unter Erwartung. Hatte den mal gekauft, lange gehalten und dann mit Glück und Technik trotzdem noch mit Gewinn verkauft (thesaurierend ohne Ausschüttungen).
    Anleihe-ähnlich tradeable JA, aber sechseinhalb Buy-and-Hold-Punkte in fünf Jahren sind schlicht grottig:
    https://charts.comdirect.de/charts/d...NGS=1&SHOWHL=1

    Am Zuverlässigsten finde ich neben ZEW immer noch den ECRI - passt komischerweise langfristig auch prima zum DAX.

    Etwas merkwürdig beim ifo ist -auf den ersten Blick nicht sichtbar- dass sie jeden Monat die kompletten Zeitreihen "revidieren", mit einem sichtbar durchlaufend rollierenden Korrektur-Faktor. Rückwirkende Kalender-, Saison- oder Währungs-Bereinigung mit Umfragedaten ? Wirkt für mich so, als ob da ein paar von Sinn´s Studis den in die Jahre gekommenen Index mit statistischem Heftpflaster aufzupeppen versucht hätten.

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Am Zuverlässigsten finde ich neben ZEW immer noch den ECRI - passt komischerweise langfristig auch prima zum DAX.
    Bei ZEW werden die Finanzanalysten befragt, beim IFO die Unternehmen. Unternehmer sind m.E. näher am realen Markt.

    Die Geldmenge ist auch ein guter Vorlaufindikator

    Helaba fx Daily
    https://www.helaba.de/de/DieHelaba/M...quityDaily.pdf

    Auszug
    Zudem liefert das monetäre Umfeld freundliche Indikationen (siehe Grafik). Die Veränderungsrate des ifo-Indexes hat einen Nachlauf gegenüber der realen M1-Expansion von rund neun Monaten.



    bzw. JPM

    Geldmenge (M1) vs. BIP der Eurozone

    Auszug
    Selbst ohne eine weitere Lockerung der Geldpolitik hat sich die Geldmenge stark ausgeweitet, was nahelegt, dass das BIP-Wachstum unterstützt bleiben sollte. Da die Geldmenge wächst, die Konjunktur an Fahrt gewinnt und der Euro Stoxx 50 fast auf das Niveau zurückgefallen ist, auf dem er bei Mario Draghis erstmaliger Ankündigung des Anleihekaufprogramms im Januar lag, könnten europäische Aktien Aufwärtspotenzial bieten.
    http://www.fuw.ch/article/thema-der-woche-38-2015/

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Zitat von Al Bondy Hier:25.09.2015, 10:28 Beitrag anzeigen
    Etwas merkwürdig beim ifo ist -auf den ersten Blick nicht sichtbar- dass sie jeden Monat die kompletten Zeitreihen "revidieren", mit einem sichtbar durchlaufend rollierenden Korrektur-Faktor. Rückwirkende Kalender-, Saison- oder Währungs-Bereinigung mit Umfragedaten ? Wirkt für mich so, als ob da ein paar von Sinn´s Studis den in die Jahre gekommenen Index mit statistischem Heftpflaster aufzupeppen versucht hätten.
    Ist mir auch schon aufgefallen. Evtl. ist die Entwicklung des Korrektur-Faktors interessanter als die ifo-Zeitreihe selber. Habe das aber noch nicht getestet.
    Wäre dann aber so ähnlich wie bei den US-Arbeitslosenzahlen.

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Zitat von Al Bondy Hier:25.09.2015, 10:28 Beitrag anzeigen
    Am Zuverlässigsten finde ich .... immer noch den ECRI - passt komischerweise langfristig auch prima zum DAX.
    Da deckt sich die abgefragte Gesamtheit mit der Gesamtheit der DAX Aktionäre.

    Innerdeutsche Abfragen wie IFO sind imho Relikte der Vergangenheit. Die ZEW Analysten verarbeiten das angelsächsische Stimmungsbild mit.

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Die Geldmenge ist auch ein guter Vorlaufindikator

    Selbst ohne eine weitere Lockerung der Geldpolitik hat sich die Geldmenge stark ausgeweitet, was nahelegt, dass das BIP-Wachstum unterstützt bleiben sollte. Da die Geldmenge wächst, die Konjunktur an Fahrt gewinnt
    ... sehe ich auch so, Euro M1 allerdings mit entsprechendem Zeitversatz.

    Idealerweise sollten Konjunktur und Aktienmärkte ab Dezember bzw. über Jahreswechsel und Frühjahr wieder deutlich besser laufen - sofern die harten Daten, vorrangig Auftragseingänge, entsprechend mitgehen.

    Bei ZEW werden die Finanzanalysten befragt, beim IFO die Unternehmen. Unternehmer sind m.E. näher am realen Markt.
    ... ifo ist stark großunternehmens-lastig, sprich mehr internationalisiert als national/europäisch.

    Putzig ist diesbezüglich, dass zB bei PMI- und Markit-Daten (Einkaufsmanager) in den Medien fast immer Stimmung mit Realwirtschaft verwechselt wird. Also gute Stimmung automatisch mit deutlichem Wachstum gleichgesetzt ist - was 2015 erneut nicht funktioniert hat. Obwohl sich vergleichsweise schon x-mal gezeigt hat, dass auch Verbraucherstimmung und Konsumverhalten (wie US Retail Sales) eben absolut nicht parallel bzw konform laufen müssen.

    Und -leider- grau bleibt alle Theorie, so lange nicht klar ist, ob, wann und wie stark das Pulverfass Nahost explodiert. Handelsblatt brachte heute unter Weglassung der üblichen redaktionellen Gliederung eine komplette "Flüchtlingsausgabe". Sehr informativ, detailliert und emotional - aber eben mit seitenweise absolut konsequent einseitiger Weglassung der tatsächlichen Ursachen und Hintergründe des ganzen Elends.

    Sprich einer völlig gescheiterten theoretischen "Neu-Ordnung", aber praktisch nur jahrelang westlich gezielter Destabiliserung der betreffenden Regionen durch USA und NATO - also alles auch mit deutscher Duldung und zumeist mehr als planloser "Beihilfe". Schröder/Fischer hatten diesbezüglich Weichen konsequent falsch gestellt, ein Zurück zu einer Deutschland angemessenen, friedensbemüht neutralen statt ungeschickt-militaristischen Position gibt es heute leider nicht mehr.

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Gerade veröffentlicht, gute Confidence Daten aus Italien.
    Business Confidence 104,2 (erwartet 102,7 / Vormonat 102,7)
    Consumer Confidence 112,7 (erwartet 108,7 / Vormonat 109,3)

    Das Konsumentenvertrauen ist auf dem höchsten Stand seit Mai 2002.

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Schlechte US Arbeitsmarkt Daten
    Nonfarm Payrolls 142k (erwartet 203k / Vormonat runterkorrigiert auf 136k)

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Zitat von stupidgame Hier:02.10.2015, 13:35 Beitrag anzeigen
    Schlechte US Arbeitsmarkt Daten
    Nonfarm Payrolls 142k (erwartet 203k / Vormonat runterkorrigiert auf 136k)
    Der EUR schießt gleich mal ein Prozent in die Höhe und der DAX fällt zwei Prozent runter.

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    aber VW hält die 90...

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Zitat von esteban Hier:02.10.2015, 13:49 Beitrag anzeigen
    aber VW hält die 90...
    Payrolls fallen ... EUR steigt ... DAX fällt ... und die Frisur hält

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Zitat von stupidgame Hier:02.10.2015, 13:35 Beitrag anzeigen
    Schlechte US Arbeitsmarkt Daten
    Nonfarm Payrolls 142k (erwartet 203k / Vormonat runterkorrigiert auf 136k)
    ... mit Ankündigung - Planned Layoffs plus 43%:
    http://www.nasdaq.com/article/challe...20151001-00520

    Auch wenn die Notenbank-Konditionierten jeden Morgen im DAX wieder dagegen anrennen - es bleibt beim Baisse-Modus. Egal ob mit oder ohne symbolische 25 Bips zunehmend fraglicher Zinserhöhung.

    Der Kursdax ist inzwischen dabei, einen langen Trend seit 2010/11 zu reißen - so what. Nur das täglich hochvolatile Gehampel nervt so langsam wirklich. Wenn die Eiscreme ausverkauft ist, braucht man sich nicht mehr vor dem Stand um die vordersten Plätze prügeln.

    Putzigerweise sind lt. sentix diesmal die Institutionellen vorrangig weiter optimistisch - ist ja auch nicht deren eigenes Geld. Falls da auch noch Angst aufkommt, gehts richtig bergab.

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    aber Porsche macht neue Lows... warum auch immer

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    AW: Konjunktur: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

    Auch wenn die Notenbank-Konditionierten jeden Morgen im DAX wieder dagegen anrennen - es bleibt beim Baisse-Modus.
    Putzigerweise sind lt. sentix diesmal die Institutionellen vorrangig weiter optimistisch - ist ja auch nicht deren eigenes Geld. Falls da auch noch Angst aufkommt, gehts richtig bergab.
    Aber irgendwie schaffen die das immer, um selbst nach katastrophalen Wirtschaftszahlen den Markt wieder hochzuziehen, wie es gestern der Fall war.
    Arbeitet die FED auf irgendeine Weise mit den Instis zusammen? Oder kauft die FED direkt Aktien-Futures? Hab meine Zweifel, dass die hohen Kurse bei diesem wirtschaftlichen Umfeld gerechtfertigt sind.

    Gestern:

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