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Finanzkrise Teil II

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von Nandu Hier:25.10.2011, 13:19 Beitrag anzeigen
    Was haben die denn wirklich vor? Staaten leben von Steuern und nicht von der Festlegung von Gläubigerverzichtsanteilen.
    Buenas tardes, ave de la pampa

    Es geht darum "to close the barn door after the horses have gone" und die Welt glauben zu machen, die Pferdle stünden noch im Stall

    ein Ringelspiel mit Schulden soll veranstaltet werden (alle haben jetzt schon zu viel)

    nur der Zug dürfte abgefahren sein bzw. der Point of no return ist wohl überschritten
    Staaten haben bald ~100 Debt-to-BIP ratio, auch DE, FR und die USA,
    alle Euro-Grossbanken haben ein loan/deposit ratio > 1 (!!) und die gesamten "Bank liabilties" übersteigen das EU BIP um fast die Hälfte, in Musterländern wie NL um mehr als das Dreifache ... geht um 10+ trillion €, der EFSF da ein Sack "Chicken Feed"

    die ganzen "Rettungsfonds" sind zudem leere Schachteln, anzufüllen mit noch mehr Schulden oder man wirft die letzten Regeln über Bord und wirft die Druckerpesse an

    In anglo-amerikanischen Foren wird hier Klartext geredet:

    Ungelöste und beim Gipfel nicht angesprochene Ursachen der Krise
    http://seekingalpha.com/article/3012...in-a-nightmare

    Zur Wahnsinns Idee, Ratings zu verbieten (wird "Stampede" der Investoren auslösen)
    http://seekingalpha.com/article/3011...edit-messenger

    Zu Schulden und Bank Liabilities:
    http://seekingalpha.com/article/3005...uropean-freeze.

    Ich würde mich über Diskussionsbeiträge zu derartigen "Fundamentalüberlegungen" freuen und frage mich, warum es noch keine "Faden" "Konservative Investmentstrategien in der Finanzkrise" hier im BBoard gibt und darunter möchte ich nicht VEni, die griech. März'12 Anleihe oder ATU verstehen .

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von nanoforscher Hier:26.10.2011, 14:28 Beitrag anzeigen
    man wirft die letzten Regeln über Bord und wirft die Druckerpesse an
    Damit dürftest Du mehr als Recht haben, dazu werden Anleihen ausgegeben, was wie Gelddrucken ist. Danach starten die Mikado-Economics: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren und zahlt.

    Wenn gesagt werden könnte: Die steuern gezielt eine Krise an, um eine integrierte EU-Wirtschaft- und Finanzpolitik zu erzwingen, könnte einer noch trocken schlucken und sich neu einstellen. Hier aber geht es offenbar ceteris paribus um das Abdrücken des ABS-Betruges der USA in die schwächsten Gebiete, was zwischen 4 und 7 Billionen sind. Diese Peripherien sind zuvor schon durch das Lohn-Dumping hier abgesoffen. Deine Forderung nach Grundsatzdiskussion ist mehr als berechtigt. Hier haben sich Paradigmen verschoben, ohne dass dies öffentlich diskutiert würde, was wirklich beängstigend ist und eine äußerst problematische Abschottung von Eliten indiziert.

    Was die griechische Eisenbahn (Nanoforscher, dritter link:Schulden und Bank) betrifft, so fällt das wohl unter Nepotismus.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    --- warum es noch keine "Faden" "Konservative Investmentstrategien in der Finanzkrise" hier im BBoard gibt
    ... einige haben das bereits, die meisten hoffen wohl, dass das Polittheater endlich vorbeigeht und relative Normalität einkehrt.

    Ich würde mich über Diskussionsbeiträge zu derartigen "Fundamentalüberlegungen" freuen
    ... möglicherweise sollte man sich ausgerechnet bei SeekingAlpha etwas mehr Gedanken um den American Dream machen. STRATFOR hatte die Woche auch so ein schönes Organigramm der "Eurokrise", und alle mögliche Auswege führten am Ende ins Desaster - nur Amerika kam da garnicht drin vor.

    Alsdann, stellen wir Folker Hellmeyer kurz dagegen, um wieder auf den Teppich zu kommen:

    Wenden wir uns der normativen Kraft des Faktischen zu und bemühen uns die Emotionalität des Finanzmarktes auszublenden.

    * Fakt ist, dass der Druck auf Europa seitens der G-20 Gemeinde deutlich erhöht wurde.
    * Fakt ist, dass Griechenland das eigentliche Problem darstellt.
    * Fakt ist, dass die übrigen Länder mit ihren Reformen gut unterwegs sind.
    * Fakt ist, dass die „Machtachse“ von gestern und „noch“ heute bemüht ist, den Reformprozess durch unangemessene Störfeuer zu unterminieren. Dazu gehören asymmetrisch zu Lasten der Eurozone vorgenommene Herabstufungen unter Ausblendung des Kardinalproblems USA.
    Das ganze irrwitzige EFSF/ESM-Theater dient ausschließlich dem Zweck, das Störfeuer von außen auf die realexistierenden Reform- und Konsolidierungsbemühungen zu verhindern oder wenigstens abzuschwächen. Die propagandistischer Luftlage ähnelt dabei der von 1944, die europäische Jagdwaffe bleibt am Boden und debattiert lieber strategisch konfus und verschleiernd mit und gegen einander - statt endlich klare Verhältnisse zu schaffen. Die "Eliten" krallen sich verzweifelt an die längst zerfallene aber schön bequem gewohnte alte Ordnung fest statt einfach konsequent eine neue zukunftsfähige zu schaffen. Das "Griechenland-Problem" wäre schon mit ein paar umgeleiteten Jahresetats an EU-Agrarsubventionen allein endgültig zu lösen. Potentiale hat Europa wahrlich genug, wenn man sich die Haushalte ansieht statt der Tagesschau.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von Al Bondy Hier:26.10.2011, 15:25 Beitrag anzeigen
    Die "Eliten" krallen sich verzweifelt an die längst zerfallene aber schön bequem gewohnte alte Ordnung fest statt einfach konsequent eine neue zukunftsfähige zu schaffen.
    Damit dürftest Du den Nagel auf den Kopf getroffen haben. Ich vermissen seit Monaten schmerzlich alle ernsthaften Diskussionen dazu, finde keine Gründe, jedenfalls keine rationalen.

    Zitat von Al Bondy Hier:26.10.2011, 15:25 Beitrag anzeigen
    Das "Griechenland-Problem" wäre schon mit ein paar umgeleiteten Jahresetats an EU-Agrarsubventionen allein endgültig zu lösen. Potentiale hat Europa wahrlich genug, wenn man sich die Haushalte ansieht statt der Tagesschau.
    Also wenn die Rechnung in STRATFOR zutrifft, die auf 1,2 Billionen summiert, verstehe ich Deinen Optimismus nicht. Was ich auch nicht verstehe: Wie konnte Griechenland 250.000 Schulden pro Kopf anhäufen, ohne das irgendwo aufgeschrien wurde? Wo blieb Standard & mental poors?

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    AW: Finanzkrise Teil II

    @al bondy
    Das "Griechenland-Problem" wäre schon mit ein paar umgeleiteten Jahresetats an EU-Agrarsubventionen allein endgültig zu lösen. Potentiale hat Europa wahrlich genug, wenn man sich die Haushalte ansieht statt der Tagesschau.
    100% Zustimmung! Ein moderater HC im Sinne von Par Bonds zum Euribor mit grace period und gestreckter Amortisation sowie die Unterstellung der GR Finanzen unter EU Verwaltung mit Reorganisation der Verwaltung nach DE/McKinsey Muster > Problem gelöst. Die nowendigen Zuschüsse würden entgegen dem Dauer Alarmglöcknern in der FAZ den Rahmen des EU-Haushaltes mit 10 vom 100 Mrd/Jahr nicht sprengen!

    @Nandu
    die 1,2 Bio sind inkl. impliziter Verpflichtungen wie Pensionen, die hier aber mMn nicht relevant sind, da deren unausweichliche Kürzung keinen Credit Event darstellt und allenfalls eine Rating Aufstufung bewirken kann.

    Das Konzept der (verfassunngs)gesetzlichen Schuldenbremse halte ich a) für in praxi nicht wirksam und b) allenfalls kontraproduktiv (s. Weimar31. GR 2011).

    Meine Gedanken gehen aber weiter: Wie sollen sich "Investoren auf ein durchaus mögliches Scheitern des EFSF und anderer verfehlter politischer "Rettungsversuche" einstellen? Über in einen teilweisen Switch in USD, auch "Blue Chips aus dem DOW" denke ich intensiv nach.

    Immerhin haben wir eine seit 50 Jahren nicht mehr erlebte Situation: die Dividendenrenditen der Blue Chip Indices (DAX, DOW) sind höher als die Bondrenditen am sog. Sekundärmarkt für Staatsanleihen & Pfandbriefe (langfristig bullish für Aktien!).

    Anders als viele Bondboardler halte ich die Frage einr möglichen Erhöhung der "Vergeltungssteuer" auf 30% durch Rot(Grün) ab 2014 für wenig relevant,
    @statist
    das macht über eine Legislaturperiode absolut ca. 1% des "principal" aus!

    Persönlich stehe ich den Überlegungen aus den US-Foren sehr nahe, da fundamental gut abgesichert:
    EU: gefährlich hohe Hebelung im Banksystem (höher als in USA), Problem das der Euro praktisch überall eine
    Fremdwährung ist
    http://seekingalpha.com/article/3011...-matter-at-all
    USA/UK gehen wirtschaftlich auch ziemlich auf dem Zahnfleisch, haben aber die "magical printing press".

    Bond-Default-Risiko und Inflationsrisiko (realistischerweise ~5% p.a > 2-3% negativer Realzins) sind zwei paar Stiefel, weiterhin ist zweiteres durch alternative Invstments (Gold, Häuser, Aktien) beherrschbar, ersteres nicht.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von nanoforscher Hier:26.10.2011, 17:55 Beitrag anzeigen
    die 1,2 Bio sind inkl. impliziter Verpflichtungen wie Pensionen, die hier aber mMn nicht relevant sind, da deren unausweichliche Kürzung keinen Credit Event darstellt und allenfalls eine Rating Aufstufung bewirken kann.
    Danke für die Aufschlüsselung, denn der Artikel war mir darin nicht eindeutig genug. Ob dies die kritische Lage wirklich entschärft, wage ich zu bezweifeln, denn Pensionen werden fällig, das nur später und zeitlich weit gestreckt, was etwas über künftige Spielräume in Athen aussagt. 400 Mrd. akut und kein weiterer Bewegungsspielraum verlangt vielleicht doch mehr als nur eine Umschuldung. Al Bondy könnte mit seinem Hinweis auf EU-Agrarfonds etc. sehr richtig liegen, denn diese Töpfe sind für eine so rabiate Strukturkrise die richtigen, nicht etwa der Rettungsschirm.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von nanoforscher Hier:26.10.2011, 17:55 Beitrag anzeigen
    @al bondyBond-Default-Risiko und Inflationsrisiko (realistischerweise ~5% p.a > 2-3% negativer Realzins) sind zwei paar Stiefel, weiterhin ist zweiteres durch alternative Invstments (Gold, Häuser, Aktien) beherrschbar, ersteres nicht.
    Das liest man zwar oft und es ist ja auch plausibel. Aber ich habe kuerzlich (leider weiss ich nicht mehr wo) eine Analyse gesehen, derzufolge dieser Zusammenhang zumindest fuer Aktien nicht besteht. Zeiten hoher Inflation waren vielmehr gleichzeitig Zeiten sinkender Aktienkurse.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von 36510 Hier:27.10.2011, 08:23 Beitrag anzeigen
    Zeiten hoher Inflation waren vielmehr gleichzeitig Zeiten sinkender Aktienkurse.
    Was ist daran verwunderlich? Wo Inflation ist, herrscht Kostendruck, wo der zu vermerken ist, können kaum Gewinne sein.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von Nandu Hier:27.10.2011, 09:01 Beitrag anzeigen
    Was ist daran verwunderlich? Wo Inflation ist, herrscht Kostendruck, wo der zu vermerken ist, können kaum Gewinne sein.
    Wieso?

    Neben den Kosten eines Unternehmens können auch dessen Gewinne steigen - z.B. durch höhere Verkaufspreise an den Endkunden in einem inflationären Umfeld.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von Babbelnett Hier:27.10.2011, 09:08 Beitrag anzeigen
    Wieso?

    Neben den Kosten eines Unternehmens können auch dessen Gewinne steigen - z.B. durch höhere Verkaufspreise an den Endkunden in einem inflationären Umfeld.
    Aber die müssen ersteinmal durchgesetzt werden.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    ziehe mir gerade den Live-Ticker zu dem EU-Gipfeltreffen zur ultimativen Bewältigung der Finanzkrise rein.

    Bin ich blöd oder ist das -wieder mal- eher unverbindliches Geschwafel

    [QUOTE] 10:30 Uhr: Der Krisengipfel hat begonnen. [/QUOTE

    10:51 Uhr: "Es ist essenziell, dass wir bis zur Eröffnung der Börsen am Montag genug Fortschritte für die Glaubwürdigkeit der Eurozone haben", sagte Belgiens Ministerpräsident Yves Leterme vor Beginn des Gipfeltreffens. Bis Mittwoch müsse die EU eine "globale Vereinbarung" zur Lösung der Schuldenkrise gefunden haben.
    10:55 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU fordern auch beim heutigen Gipfel erneut den Rücktritt von Syriens Präsidenten Bashar al-Assad. "Präsident Assad muss sich zurückziehen, um einen politischen Übergang in Syrien zu ermöglichen"
    (was hat das mit der Eurokrise zu tun ?)

    11:15 Uhr: Fast eine Stunde beraten die 27 EU-Staatschefs nun schon. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sagt, dass der Gipfel, der am Mittwoch fortgesetzt wird, wahrscheinlich der wichtigste Schritt zur Überwindung der Euro-Krise ist.
    (ich dachte, das sei heute !)

    11:50 Uhr: ....Die Auszahlung der sechsten Tranche des ersten Griechenland-Hilfspakets über 8 Milliarden Euro wird begrüßt
    (Kick the can.....)

    12:05 Uhr: Was genau Deutschland mit einer EU-Vertragsänderung bezwecken will, darüber rätseln EU-Insider. Deutschland geht es um eine stärkere Kontrolle der Staatshaushalte, doch schon jetzt gibt es dazu einige Instrumente, wie den Maastricht-Vertrag, der ja ein Defizit (Minus des laufenden Budgets) von maximal 3 Prozent sowie einen Schuldenstand insgesamt von maximal 60 Prozent des BIP (Wirtschaftsleistung) vorsieht.
    (tja...wenn die EU so effizient funktioniert, wie dieser "Krisengipfel" zeigt...dann wird auch über Sanktionen - wenn sie noch rechtzeitig zum umdenken animieren könnten- nur ein bischen beraten, bis man dann einen "Fall Griechenland und Konsorten" hat...

    12:13 Uhr: Neben den wichtigen europäischen Themen finden die Staats- und Regierungschefs der EU auch noch Zeit für internationale Angelegenheiten. So haben sie sich erfreut über die ersten freien Wahlen in Tunesien gezeigt.
    was hat Tunesien mit der Eurokrise zu tun ? (zum 2. !)

    12:39 Uhr: Ratspräsident Herman Van Rompuy soll beauftragt werden, bis Dezember eine EU-Vertragsänderung im Kampf gegen die Schuldenkrise zu sondieren.
    ...geht aus, wie das Hornberger Schießen...was will man da ändern ? Länder rausschmeißen können ? Wird im Falle eines Falles so konsequent angewandt wie die Sanktionen bei Maastrichtverletzungen

    12:58 Uhr: Gleich steht, von 13 bis 15 Uhr, ein Arbeitsessen der 27 EU-Staatschefs mit dem Chef der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet auf dem Programm. Guten Appetit!
    ...JO ! Das haben sie sich nach dem Stress bisher aber auch wirklich verdient.

    Anmerkung : Ich muss um 07:30 anfangen...und habe nur 45min. Mittagspause

    13:38 Uhr: Künftig sollen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone mindestens zweimal jährlich tagen. In einem Entwurf für den am Nachmittag stattfindenden Euro-Gipfel heißt es, dass diese Treffen jeweils unmittelbar nach Europäischen Räten der Staats- und Regierungschefs aller 27 EU-Länder tagen würden. Der 10-Punkte-Plan sieht ferner vor, dass künftig ein Euro-Gipfelpräsident zur gleichen Zeit wie der ständige EU-Ratsvorsitzende mit derselben Funktionsdauer gewählt wird - nach derzeitigem Stand alle zweieinhalb Jahre.
    WOW...einen EU- "Gipfel"-Präsidenten will man wählen...das ist doch nun wirklich "der Gipfel" ...kostet nur wieder Geld ...ich dachte man will jetzt sparen ...und dann 2x jährlich tagen ...vor allem : MINDESTENS !!

    14:28 Uhr: Deutschland und Frankreich haben eine gemeinsame Pressekonferenz angekündigt. Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollten noch am Nachmittag in Brüssel vor die Presse treten, teilten Diplomaten beider Länder mit.
    na, da bin ich mal gespannt, was die so bahnbrechendes mitzuteilen haben werden

    Fazit : man kann GR zumindestens "Trägheit bei Reformen" nicht vorwerfen ...alle anderen gehen bei wichtigen Entscheidungen und Problemlösungen da mit gutem Beispiel voran...

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von Babbelnett Hier:27.10.2011, 09:08 Beitrag anzeigen
    Neben den Kosten eines Unternehmens können auch dessen Gewinne steigen - z.B. durch höhere Verkaufspreise an den Endkunden in einem inflationären Umfeld.
    Inflation steigt dann, wenn die Rationalisierungspotentiale erschöpft sind, also die Produktionsfunktionen nicht verbessert werden können. Die berüchtigte Lohn-Preis-Spirale stellt sich dann ein. Zeitlich lokalisiert Inflation am Ende eines Kondratieff-Zyklus. Alle Inflation zuvor bewegt sich im Toleranzbereich, zählt zum Muskelspiel der Marktteilnehmer. Am Ende des Zyklus geht es ums Überleben, weshalb dann gedrückt wird, was die Margen hergeben. Andere steigen einfach aus, machen ihren Laden dicht. Die anstehende Basisinnovation sortiert dann endgültig aus. Inflation ist die Todeszuckung absterbender Sektoren und Techniken, falls nicht die Regierung mit der geldmengenpolitisch spielt. Der Finanzmarkt wird für die nur verantwortlich gemacht und versucht seinerseits zu profitieren.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von Nandu Hier:27.10.2011, 09:18 Beitrag anzeigen
    Inflation steigt dann, wenn die Rationalisierungspotentiale erschöpft sind, also die Produktionsfunktionen nicht verbessert werden können.
    Naja, da gibt es schon noch weitere Gruende. Einen hast Du ja selbst genannt: die Geldmengenentwicklung. Aber das ist ja nur einer von vielen. Und einer derjenigen, die eigentlich steigende Aktienkurse erwarten lassen wuerden. Aber andere scheinen eben in die Gegenrichtung zu wirken (was Aktienkurse betrifft).

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von 36510 Hier:27.10.2011, 09:55 Beitrag anzeigen
    Naja, da gibt es schon noch weitere Gruende. ... Aber andere scheinen eben in die Gegenrichtung zu wirken (was Aktienkurse betrifft).
    Ich bin ein Feind operativ hoch differenzierter Erklärungsmuster. Die können sehr erfolgreich sein, überlagern aber nur die Grundmuster wie saisonale Schwankungen. Am Finanzmarkt sind die sicher relevant, wenn einer operativ Geld verdienen will. Was den Einfluss auf die Aktienkurse angeht, fiele mir auch nichts Anderes ein. Das Problem, zwei Zyklen in Deckung zu bringen, werde ich nie lösen, weil das vermutlich unmöglich ist. Elliot ist für mich auf der Schnauze gelandet, das - sorry - aus theologischen Gründen. Qualitative Sprünge haben eigene Quellen und bleiben auf jeder Zyklenebene eigenständig solche, sind vor allem nie antizipierbar, was Elliot stillschweigend unterstellt. Kondratieff und Keynes sind IMHO nur soweit in Einklang zu bringen, als Keynes dort ein Abschnitt ist. Beide aber folgen einer eigenen Dynamik und Denkweise. Die gegeneinander auszuspielen, dürfte unproduktiv sein. Nur wirklich scharf voneinander trennen, lassen sie sich eben auch nicht, was am Ende die Ursachen unscharf belässt. Dafür kann einer nur ein Gefühl entwickeln, seine Instinkte schärfen.

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    AW: Finanzkrise Teil II

    Zitat von Graumann Hier:27.10.2011, 09:14 Beitrag anzeigen
    Aber die müssen ersteinmal durchgesetzt werden.
    Und das erfolgt auch auf breiter Front, Energie, Lebensmittel, Verkehr (DB&Co: ab 11.12.) und selbst Kleidung und Schuhe sind in den letzten 2 Jahren massiv teurer geworden.

    Sehr wesentliche Sektoren der Wirtschaft werden durch den Staat bzw. staatsnahe Monopole (DB Bahn, Energieversorger oder Oligopole (praktisch gesamter Handel, Öl und Lebensmittelindustrie) dominiert ... in Österreich ist dies noch stärker ausgeprägt als in DE. Weiterer Inflationsdruck kommt vom Immobilienmarkt ... (Flucht zu "safe haven").


    Allerdings sehe ich hierbilang noch keine sehr große Auswirkung der Finanzkrise, da eine Fortsetzung der guten Konjunktur den gleichen Effekt gehabt hätte

    und möchte daher via "SeekimgAlpha" den Blick zurück auf die prekäre Lage des EU-Bankensektors leiten (als Hintergrund zum "Gipfel"). Die Pleite der Großbank DEXIA, welche nicht die letzte bleiben wird fand im BBoard ja weniger Wiederhall

    http://seekingalpha.com/article/3001...authors_alerts.

    @Nandu
    Inflation ist die Todeszuckung absterbender Sektoren und Techniken, falls nicht die Regierung mit der geldmengenpolitisch spielt.
    .

    In der Marktbreite habe ich ein sehr großes Problem, Deine Kondratieff-Argumentation zu verstehen , v. a. bei Wohnen, Verkehr, Lebensmitteln und Energie .

    Es ist zwar tatsächlich richtig, dass bei Produkten die durch den technologischen Fortschritt weniger gefragt werden, wie 3.5" Disketten, CD-R und Patronen für ältere Drucker*, speziellen Batterien etc. die Preise (auch) im Media***** steigen - nur sind dies "Randsortimente" schon lange aus dem offiziellen Wahrenkorb.
    * und viele tausend Artikel mehr, die eben kein Massenmarkt (mehr) sind oder noch öfter nie waren, kleine Serien = hoher Preis. Im gesamten Inflationsgeschehen aber Fliegengewichte.

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